Reisetagebuch

  

15. Dezember 2014

 

 

Der Saarländische Rundfunk SR3 hat in der letzten Woche einen Rückblick auf unser Projekt in der Sendung MAGS gesendet Hier der Link:

 

http://sr-mediathek.sr-online.de/index.php?seite=7&id=29481

 

21. Juli 2014

 

Das ZDF hat heute Mittag in der Drehscheibe den ersten Teil der Reportage über unser Projekt gesendet. Hier der Link:

 
http://www.zdf.de/ZDFmediathek#/beitrag/video/2188340/Pilgerfahrt-nach-Santiago
 

 hier der Link zum zweiten Teil vom 5. Juli 2014

 

http://www.zdf.de/ZDFmediathek#/beitrag/video/2188348/Mit-dem-Traktor-nach-Santiago

 

 

4. Juli 2014

 

Das SR3 Fernsehen hat am Donnerstag, den 10. Juli 2014 20:15 Uhr in der -  mag's spezial Urlaub mal anders - Sendung einen Bericht über unser Projekt gebracht. Am Ende der Sendung findet Ihr die Reportage. Hier der Link:

 

http://sr-mediathek.sr-online.de/index.php?seite=7&id=26339

 

 

3. Juli 2014

 

Das ZDF hat  heute eine erste kleine Reportage über unsere Reise in der Sendung Europa - heute  gesendet. Für alle, die die Reportage sehen wollen hier der Link:

 

http://www.zdf.de/ZDFmediathek#/beitrag/video/2189202/Wallfahrt-mit-dem-Trecker

 

Zwei weitere längere Reportagen sollen folgen. Wir werden die Sendetermin an dieser Stelle bekannt geben.

 

 

1. Juli 2012

 

Heute waren drei Jakobsbrüder bei RTL Luxemburg zu der Lifesendung Planet-People (sie wurden das erste Mal im Leben professionell geschminkt) eingeladen. Wer sich dieses einmal anschauen möchte klicke bitte auf diesen Link:

 

http://tele.rtl.lu/emissiounen/live-planet-people/3017521.html

 

 

28. Juni 2014

 

Kedange sur Canner - Koenigmacher - Perl - Tettingen - Merzkirchen  41 km

 

Dauerregen. Dies war der letzte Tag unserer Traktortour. Von Kedange ging es nach Perl.

Am Rathaus schloss sich der Kreis unserer Reise. Hier sind wir vor 84 Tagen am 6. April schon durchgekommen.

Nach einer kurzen Pause (mit noch einigen Interviews des ZDFs) ging es über Wochern nach Tettingen, wo plötzlich links in den Dorfkern abgebogen wurde. Hier erwartete uns die erste Überraschung. Vor dem Haus von Berthold Kütten (Hermanns Bruder) wurden wir von einer unzähligen Zahl von Traktoristen mit Ihren Oldtimern  lautstark begrüßt.

 

Trotz des Regens hatten es sich die Schlepperbande und viele befreundete Vereine nicht nehmen lassen, uns die letzten Kilometer zu begleiten. Nach einer kleinen Stärkung (in flüssiger Form) begleitete uns ein riesiger Konvoi von Traktoren zu Marys Jakobsherberge nach Merzkirchen. Hier wurden wir von unseren Frauen und Familien, Freunden und Bekannten applaudierend in Empfang genommen (die Jakobsbruder konnten sich einige Tränen nicht verkneifen). Mary Hemmerling und Sascha Lahr (die Organisatoren des gesamten Empfangs - vielen, vielen Dank) hatten eine riesige Fete mit Getränke- und Wurstständen auf die Beine gestellt. Die Lanz Bulldog Band aus Kreuzweiler (für sie war es selbstverständlich hier zu sein, kolossalen Merci) spielte auf. Für uns Jakobsbrüder war es ein ganz besonders emotionaler Tag.

 

An dieser Stelle möchten wir uns bei allen bedanken, die uns diese Reise ermöglichten.

Ganz besonderer Dank gilt unseren Frauen und Familien, den Freunden, Gönnern und Sponsoren. Herzlich bedanken möchten wir uns noch für die vielen, täglich beim Frühstück vorgelesenen, Gästebucheintragungen. Es war wirklich schön zu wissen, wie viele Leute an uns gedacht haben. Wir hoffen, dass  unser Reisetagebuch es vielen ermöglicht hat, uns wenigstens virtuell ein wenig zu begleiten. Und hier noch ein Tipp für Euch - Wenn Ihr eine gute Idee habt, setzt sie einfach um -.

 

Die Jakakobsbrüder

 

PS: Der SR3, das ZDF und RTL Luxemburg haben uns mit Fernsehteams begleitet. Wenn wir von den Sendeterminen hören, werden wir diese hier veröffentlichen.

 

 

 

 

27. Juni 2014

 

Elblange - Kedange sur Canner   22 km

 

Wetter schön, nach der Ankunft in Schauer. Unsere große Reise ist fast zu Ende. Nach dem letzten Freiluftfrühstück ging es auf nach Kedange. Für unseren gemeinsamen Abschlussabend haben wir uns die Jakobsherberge ausgesucht, welche vor 5 Jahren das Übernachtungsziel unserer ersten Jakobstour (jährlicher 1 bis 2-tägiger Traktorausflug der Jakobsbrüder) war. Am Abend ließen wir bei einem tollen Menü noch einmal unsere 3-monatiges Abenteuer gedanklich passieren (viele Dinge waren fast schon vergessen). Wir versprechen Euch, dass wir nach Sichtung aller unserer Fotos und Videos (es sind ein paar tausend) für alle Interessierten einen Vortragsabend organisieren, an den die wichtigsten Highlights in Wort und Bild präsentiert werden.

Die Jakobsbrüder sind außerordentlich dankbar, dass sie von gravierenden Problemen verschont blieben. Außer einer defekten Ölpumpe, einem kaputten Strahler, einem undichten Ventildeckel und vier Plattfüßen ging alles bis heute gut. Wir freuen uns jetzt auf unsere Ankunft in Merzkirchen und ganz besonders auf unsere Lieben und Freunde.

 

26. Juni 2014

 

Vic sur Seille -Faulquemont - Boulay - Eblange    69 km

 

Wetter wie gestern. Nach einem ausgiebigen Frühstück (endlich wieder mit Lyoner) machten wir uns auf den Weg. Wir mussten heute früh einen Stellplatz finden, um unser Freiluftkino aufzubauen für das endscheidende Vorrunden-WM-Spiel der Deutschen.

Um !8 Uhr saßen dann auch alle gespannt hinter der Dicken Berta bei Peanuts, Pizza und Hähnchenbollen (ein paar Getränke waren auch kühl gestellt).  Wir wurden nicht enttäuscht, den Deutschland siegte mit 1:0 und kam weiter.

 

Morgen begeben wir uns auf die vorletzte Etappe  Am Abend werden wir unseren letzten gemeinsamen Abend ein wenig feiern. Insgesamt müssen wir nur noch ca. 60 km zurücklegen. Übrigens hatte Heinz Timmer (unser Traktorflüsterer) vor der Abfahrt zu Wilfried gesagt, er käme mit seinem Güldner höchstens bis Apach. Und Heinz hatte recht. Der Güldner wird Apach das erste mal (nach ca. 5300 km) am 28. Juni passieren. Sollte der Güldner dann auch noch Merzkirchen erreichen, will Wilfried ihn in Plexiglas gießen lassen und ausstellen :-)).

 

25. Juni 2014

 

Lac de Longemer - Bruyeres - Luneville - Chateau Salins - Vic sur Seille  123 km

 

Immer noch schönes Rückseitenwetter. Den ganzen Tag über wurde mit Herrmann gefunkt um unseren Treffpunkt zu vereinbaren. Am Nachmittag einigten wir uns auf den Supermarkt in Chateau Salins. Paul und Werner gingen dort das letzte Mal einkaufen, Wilfried und Jürgen machten sich auf die Suche nach dem örtlichen Campingplatz. Der Campingplatz war geschlossen, aber im Nachbardorf Vic sur Seille sei der Campingplatz offen. Während Jürgen und Wilfried auf Hermann warteten, fuhren die restlichen Jakobsbrüder schon vor, um den Übernachtungsplatz klar zu machen. Der der überaus freundliche Platzwart sagte nur -complet- und bot darüberhinaus keine weitere Hilfe an. Werner und Paul führen zur Marie -geschlossen-, zur Gendarmerie -geschlossen-. Also machten sie sich selbst auf die Suche nach einem Stellplatz. Hinter einer Häuserreihe stießen sie auf eine gerade vom Heu befreite Wiese. Ein Mann in dem angrenzenden Garten sagte uns, dass die Wiese der Kommune gehöre und wir dort campieren könnten. Der freundlich Franzose italienischer Abstammung hatte die Telefonnummer eines Gemeindemitarbeiters (wie sich später herausstellte, die seines Cousins) und besorgte uns die offizielle Erlaubnis (das war uns schon ein Bier wert). Zum Dank machte sich Werner gleich auf Traktortour mit der Tochter, die dann auch selbst stolz den Fordson (Bobbycar) chauffieren durfte. Die restlichen Jakobsbrüder hatten Hermann aufgegabelt und erschienen kurze Zeit später. Wie nicht anders erwartet hatte Herrmann Viez und Lyoner zur Rückgewöhnung im Gepäck.

Am Samstag werden wir ca. 14 Uhr Perl erreichen und über Wochern, Tettingen, Sinz und Beuren zu Marys Jakobsherberge nach Merzkirchen fahren.

 

 

24. Juni 2014

 

Lac de Longemer  0 km

 

Schönes Rückseitenwetter. Das Wetter war heute keine Ausrede für Werners Wetteinlösung. Unerschrocken stürzte er sich unter Aufsicht von Jürgen in die Fluten des Lac de Longemers.

 

Dies war (nicht) die Rettungsaktion von Werner.

 

Werners Teil der Wette war nun erledigt. Jürgen musste nun gemeinsam mit Werner den See auf Schusters Rappen umrunden. Paul und Pierrot marschierten als Wettzeugen mit.

Der See und die Umgebung sind naturbelassen. Keine Hotels und größere Gebäude verschandeln die Landschaft. Es gibt nur ein paar Campingplätze. Eine herrliche Ruhe geht von diesem Stück Erde aus. Übrigens der Betreiber unseres hervorragend geführten Campingplatzes (www.camping-jonquilles.com), Nicolas Guery, hat einen Faible für Oldtimer aller Art und gibt deren Besitzern einen Rabatt von 20 Prozent. Am Nachmittag gaben wir der lokalen Presse wieder ein Interview (für französische Reporter ist Wilfried zuständig). By the way (im wahrsten Sinne des Wortes), Paul und Pierrot streiten sich manchmal über die richtige Methode der Entfernungsmessung auf dieser Fahrt. Paul vertraut seinem Garmin-GPS, Pierrot seinem von VDO geeichten Tachometer. Unabhängig von der Messmethode, werden wir morgen die 5000 km Fahrtstrecke überschreiten. Unsere nächste Etappe soll irgendwo bei Nancy enden.

 

23. Juni 2014

 

Saint Germain - La Bresse - Gerardmer - Lac de Longemer   68 km

 

Wetter während der Fahrt schön, anschliessend Dauerregen bis in die Nacht. Am Morgen stellten wir fest, dass die örtliche Boulangerie (Bäcker) geschlossen hatte und wir in das Nachbardorf zum Brötchenholen gehen mussten. Werner übernahm die Aufgabe und versuchte es wieder mit Trampen (Daumen hoch). Und wieder war Jakobus im Spiel. Der erste Autofahrer hielt und ließ es sich auch nicht nehmen, Werner mitsamt den Croissants und Baquettes wieder zurückzubringen. Nach dem Frühstück brachen Wilfried und Juergen auf zur Reifenreparatur. Um 11:30 Uhr war das Problem gelöst. Hinter Saint Germain ging es direkt in die Vogesen. Bis zum Ziel hatten wir drei Cols (Gebirgspässe) zu überwinden. Den Col de Croix mit 678 m, den Col de Menil mit 621 m und dann den letzten heftigen Pass  unserer Tour den Col de Grosse Pierre mit 955 m.

 

Landschaftlich ähneln die Vogesen dem benachbarten Schwarzwald. Nachdem wir unser Camp auf einem Campingplatz am Lac de Longemer aufgebaut hatten, fing es an zu regnen.

 

Wieder huschten am Abend orange gekleidete Gestalten an uns vorbei, die heute allerdings nur zweimal brüllten (WM). Morgen soll das Wetter schöner werden, so dass Werner, wie gewettet, endlich einmal in das Wasser eines Sees eintauchen will (wir sind ganz gespannt). Die Weiterfahrt ist für Mittwoch geplant.

 

 

22. Juni 2014

 

Genuille - Vesoule - Lure - Saint Germain    75 km

 

Wetter wie gestern. Schon um 10 Uhr waren wir auf der am Sonntag LKW-losen Strecke. Das Tagesziel war Gerardmer in den Vogesen. Aber heute, am Sonntag, kam es wie es kommen mußte. Bei einer Rast kurz hinter Lure hörte Werner am Langen Hans ein leises Zischen. Bei näherer Untersuchung fand er einen Popniet samt Nagel im rechten Hinterreifen stecken. Wir beschlossen direkt einen Stellplatz für die Nacht zu suchen, da eine Reparatur heute nicht möglich war. Im nächsten Ort, mitten  im -Centre Ville,-  ging dann aber nichts mehr. Pierrots Gespann blieb in einer Kurve stecken und blockierte den Verkehr. Ein hilfsbereiter Anwohner bot direkt seine gegenüberliegende, gerade vom Heu befreite Wiese als Ausweichplatz an. 

Nach und nach trudelten dann die anderen Jakobsbrüder ein und bevölkerten die Wiese, die wir nun auch für die Nacht nutzen durften. Damit wir morgen schnell zur Werkstatt fahren können, wurde der Reifen direkt demontiert,

 

 

So sind wir halt einen Tag später in Gerardmer.

 

21. Juni 2014

 

Geneuille 0 km

 

Blauer Himmel, heiß. Der Morgen wurde für die Vorbereitung der letzten 300 km Fahrtstrecke genutzt. Juergen brachte das Fendt-Gespann auf Hochglanz für Hermann, der in dieser Woche mit dem Hürlimann zu uns stoßen wird.

 

 

Am Nachmittag brachen Pierre und Werner zu einem Spaziergang auf. Sie überquerten die nahe Brücke (siehe Titelbild) und wollten in einem weiten Bogen über eine weitere Brücke zurückkehren. Sie wanderten 12 km über Stock und Stein (Felder und Hecken) in der Hitze (ohne Hut und Getränke), ohne einen Flußübergang zu finden. Sie waren fiix und fertig und entschlossen sich umzukehren. Durch eine Waldschneise sahen sie dann ein Auto und damit eine Straße.  An der Straße angekommen, gingen dann die Daumen beim ersten Auto hoch. Der Autofahrer fuhr erst vorbei und hielt dann doch an (hier muß Jakobus wieder im Spiel gewesen sein). Der Fahrer brachte die durstigen Wanderer direkt zur Bar in Geneuille (gerettet). Die anderen Jakobsbrüder bereiteten die Freiluftarena und das Barbecue für das Fußballspiel Deutschland - Ghana vor. Dieses war dann echt spannend.

 

Wir freuen und auf die morgige Weiterfahrt.

 

 

20. Juni 2014

 

Geneuille  0 km

 

Wetter wie gestern.  Der Tag stand allen zur freien Verfügung. Am Morgen wurden zwei der gelben Traktorblinkleuchten repariert .Pierre brachte den Ölstand seines Güldners auf den richtigen Stand (es war ausnahmsweise zu viel drin).  Die kostenlose Waschmaschine des Campingplatzes wurde für eine paar Kleidungsstücke und Handtücher angeworfen.

Der Nachmittag wurde für Entdeckungstouren ins Dorf oder zum Chateau de la Dame Blanche genutzt (wir haben leider in Wikipedia nicht herausgefunden, was es mit der weißen Dame auf sich hat). Der Abend war ganz durch die Fußballweltmeisterschaft geprägt. Das Abendessen wurde zwischen den Spielen eingenommen (es sollte nicht verraten werden, das Werner ausgezeichnet Koteletts braten kann). Wir werden erst am Sonntag in Richtung Elsaß aufbrechen.

 

 

 

19. Juni 2014-06-20

 

Coyron – Arbois – Besancon – Geneuille  122 km

 

Feinstes Segelflugwetter mit Kumulusbewölkung. Nach dem Frühstück im Freien (mit Seeblick) ging es los mit dem Tagesziel Besancon.  Das Gebirgsrelief wurde nun ein wenig flacher und die ausgeprägten Wälder wichen erst landwirtschaftlich genutzten Flächen ,später dann größeren Weinanbaugebieten. Wir fuhren den ganzen Tag auf der Nationalstraße mit extremen  Verkehr, so dass wir andauernd unsere Karavane anhalten mussten, um die Staus aufzulösen. Kurz bevor wir Arbois passierten (bekannte Weinlage Appellation Arbois,  Wohnort von Pasteur in seiner Kindheit) kam die große Stunde von Werners Fordson (Bobbycar). Er durfte Wilfrieds Güldner abschleppen, in dessen Tank gähnende Leere herrschte. 

An der nächsten Tankstelle gelang das Kunststück, 43 Liter Diesel in einen 40 Liter Tank zu füllen (Wilfried muss nun in Merzkirchen eine extra Runde drehen). Hinter Besancon fanden wir in Geneuille einen etwas rustikalen Campingplatz direkt am Fluss L Ognon.  Hier können wir morgen das Chateau de la Dame Blanche besichtigen, da wir uns aufgrund der Verkehrssituation entschlossen haben, erst am Samstag mit weniger LKW-Verkehr weiterzuziehen.

 

 

 

18. Juni 2014

Sevrier – Oyonnax – Coyron   107 km

 

Wetter durchwachsen. Heute ging es nordwärts durch die französische  Jura, ein Gebiet mit viel Wald, blanken Felsen, hohen Bergen und steilen Tälern (unsere Boliden mussten mal wieder ordentlich ackern).  Am Nachmittag erwischte uns in Oyonnax das erste Gewitterschauer. Eine halbe Stunde später flüchten wir dann in letzter Minute in den Langen Hans, als ein weiteres Gewitterschauer mit Hagel (das letzte des Tages) runtergeht.  Unseren Stellplatz fanden wir auf einem einsamen Parkplatz am wunderschönen Lac de Vouglas in der Nähe des  Örtchens Coyron.

 

Hier konnten wir unser Abendessen (Linsensuppe mit Würstchen) mit Seeblick genießen.  Die Gegend ist so einsam, das wir keine vernünftige Internetverbindung zustande brachten und Ihr ein wenig auf den Bericht warten musstet. Morgen geht es weiter Richtung Norden.

 

 

17. Juni 2014

 

 

Sevrier 0 km

 

Wetter tagsüber schön, abends Regen. Nach dem anstrengenden Fußballspiel hatten wir den weiteren Ruhetag bitter nötig. Der Tag wurde mit Schlafen, Baden, Geld besorgen, Fahrradfahren (Werner hat den ganzen See umrundet) und Nichtstun verbracht. Am Abend zog der Himmel zu und während der Essensvorbereitung fing es an zu regnen.  Nach wochenlanger Trockenheit wurden die Regenhauben (sie waren schon richtig verstaubt) ausgepackt und den Traktorsitzen übergestülpt.

Das Abendessen  (Putenschnitzel, Kartoffeln und Erbsengemüse) wurde unter der Markise (diesmal als Regenschutz) eingenommen. Hoffentlich verzögert der Regen nicht unsere Weiterfahrt.

 

16. Juni 2014

 

Sevrier 0 km

 

Wetter schön, etwas wärmer. Der Morgen war ganz dem Putzen und Flicken gewidmet. Der heutige Abend stand ganz im Zeichen der Fußballweltmeisterschaft. Wir haben vom Campingplatz die Erlaubnis erhalten, eine Demonstration unseres Saarländischen Schwenkgrills vor dem Gästezelt organisieren zu dürfen. Zwei nette Lehrerinnen aus der Nähe von Tauberbischhofsheim kümmerten sich um das Grillgut, Paul besorgte Salate und Baguettes. Wilfried versuchte sich im Schwenken.

 

 Das Fußballspiel gegen Portugal (4:0) um 18 Uhr erfüllte dann auch noch alle Erwartungen. Aufgrund der erforderlichen Feierlichkeiten zu diesem Anlass verlängerten wir unseren Aufenthalt hier, auf dem familiär geführten Campingplatz -Au Coeur de Lac- (www.campingaucoeurdulac.com) spontan um ein Tag.

 

Wir trafen hier auf eine außergewöhnlich freundliche und hilfsbereite Betreiberfamilie, die uns jeden Wunsch von den Lippen ablas und uns Freunde werden ließen. Vielen Dank an Christian Loyet, an seine Frau Ghislaine und Michael, dem Sohn, für die aussergewöhnliche Gastfreundschaft. Es war selbstverständlich, dass Perler Wappenteller überreicht werden mußten. Morgen geht es weiter nach Norden durch die französische Jura.

 

 

 

 

15. Juni 2014

 

Avrier - Annecy -Staint Julien - Monte Saleve und zurück    95 km

 

Wetter schön, etwas kühler. Heute ging es solo auf den geplanten Tagesausflug in die Nähe von Genf (6 km). Nach zwei Stunden erreichten wir die Talstation der Monte Saleve Téléphérique (so nennen die hier Seilbahnen) und fuhren hoch auf 1200 Meter. Danach ging es zu Fuß weitere 200 m hoch zur Mont Blanc Aussicht. Wilfried, schon etwas gezeichnet durch die lange Reise, wechselte direkt von der Seilbahn auf ein lebendes Gefährt, welches ihn hochtrug :-)).

 

Der Mont Blanc war leider von Wolken behangen und nur schemenhaft erkennbar. Entschädigt wurden wir durch eine tolle Aussicht auf Genf und den Genfer See (siehe Titelbild). Nach unserem Bergausflug ließ es sich nicht vermeiden, aus unserer 5-Länderreise eine 6-Länderreise zu machen. Wir fuhren in genau 7 Minuten und 38 Sekunden eine Schleife durch die Schweiz. Auf den Rückweg erwischte es wieder einmal unser Bobby Car (Werners Fordson). Mitten in der Stadt Annecy gingen dem Traktor die Lebensgeister aus. Nur noch reine Bergluft im Tank. Er wurde dann mit dem Seil zur nächsten Tankstelle geschleppt und dort  wiederbelebt (das unterwegs noch einmal das Seil riss, wollen wir erst gar nicht erwähnen). Der morgige Tag steht allen zur freien Verfügung.

 

 

 

14. Juni 2013

 

Annecy   0 km

 

Feinstes Badewetter. Schon um 7 Uhr am Morgen schwammen Jürgen und Paul mit den Enten im spiegelglatten klaren türdikisfarbigen Wasser des Sees (angeblich der sauberste See Frankreichs) mit den Enten um die Wette. Am Nachmittag war sogar Wilfried bis zum Hals im Wasser. Später machten sich einzelne Gruppen der Jakobsbrüder per Bus oder per Pedes auf den Weg nach Annecy mit der von Kanälen durchzogenen Altstadt.

 

 

Zur Zeit findet hier das Festival de Animation (Trickfilmfestival) statt, an dem mehr als 10000 Interessierte aus aller Welt teilnehmen (wie haben mit Leuten aus Singapur gesprochen). In vielen Restaurants wird hier eine Spezialität - das Savoyer Käsefondue- angeboten, welches wir am Abend zusammen mit einem kräftigen Savoyer Weißwein genossen. Morgen wollen wir mit den Traktoren (solo, ohne Hänger) in die Nähe des Genfer See fahren, um von der Bergstation einer Seilbahn das Mont Blanc Massiv zu betrachten.

 

Übrigens wollen wir am 28. Juni 2014 (ja noch in diesem Jahr) an der Jakobsherberge in Merzkirchen unsere Reise beenden. Wir werden da zwischen 14 und 15 Uhr eintreffen. Uns ist zu Ohren gekommen, dass es von einigen Gruppen schon Vorbereitungsaktivitäten gibt. Wir würden uns freuen, wenn wir dort viele Verwandte, Freunde und Interessierte begrüßen können.

 

 

13. Juni 2013

 

Voiron - Chambery - Aix les Bain - Annesy - Sevrier   98 km

 

Wetter schön, nicht mehr ganz so heiß. Nach dem Start in Richtung Chambery führte uns das Navi wohl auf die kürzeste Strecke, nicht aber auf die ausgeschilderte Nationalstraße. Es ging hoch über enge Straßen durch kleine Bergdörfer. Wie es kommen musste, war die ausgewiesene Strecke dann noch gesperrt und wir mussten auf eine einspurige Almstraße mit engen Kehren und steilen Abfahrten ausweichen. Wäre uns ein Fahrzeug entgegengekommen, wäre der Tag gelaufen gewesen. Landschaftlich war es wunderbar.

Vor Aix les Bain trafen wir auf den Lac de Bourget mit seinem türkisfarbigen Wasser. Bei dem sonnigen Wetter ein atemraubender Blick.

 

 Im Freitagnachmittagsverkehr ging es dann stauverursachend weiter zum Lac d'Annecy (es gab nicht nur hochgezeigte Daumen bei den anderen Verkehrsteilnehmern). In Sevrier fanden wir unseren Campingplatz direkt am See (mit Badestrand). Gegen 21 Uhr huschten eine Menge von Leuten mit orangenen Trikots und Kappen an unseren Wohnwagen vorbei in Richtung Restaurant. Später brüllten sie fünf Mal exterm laut (was das wohl war). Wir planen bis Dienstag hier zu bleiben, um die schöne Gegend zu erkunden.

 

12. Juni 2014

 

Loriol sur Drome - Chabeuil - Voiron  121 km

 

Wetter wie gestern. Mit den frisch gestärkten Hemden ging es heute auf die erste Alpenetappe. Es ging fast den ganzen Tag am Fuße der westlichen Abrisskante des Vercors Massivs entlang in das Val de Isère. Am Anfang fuhren wir durch ein allgäuartige Landschaft. Später tauchten wir in endlose Walnussplantagen ein (mit den Walnüssen wird u.a.der Nussmarkt in Vianden beschickt).

 

Nach einem Anstieg hinter Voiron fanden wir auf einem -Park and Ride- unseren Stellplatz (hoffentich scheucht uns die Polizei heute Nacht nicht weg). Es war eine wunderschöne Tour (Wetter, Licht und Landschaft). Den Tag beschlossen wir mit Spagetti Bolognaise, Salat und Rotwein. Unser morgiges Ziel ist der Lac d'Annecy.

 

11. Juni 2014

 

Loriol sur Drome  0 km

 

Heiß, 34 Grad Celsius. Jürgen, der nun in Textilfragen sehr versiert ist, brachte direkt nach dem Frühstück unsere Wäscherei (nennen die hier Lavage) in Betrieb. Bei dem herrschenden Wetter trocknete alles innerhalb einer viertel Stunde, so dass es eine richtige Rangelei um Bügelbrett und Bügeleisen gab. Gegen 11 Uhr erschien das Fahrzeug einer Garage mit dem bestellten Motoröl (hatte Joel der Hausherr organisiert). Was wir nicht wußten, war, dass der Ölwechsel direkt vor Ort unter einem Aprikosenbaum durch den Mechaniker durchgeführt wurde (garantiert ohne einen Tropfen Öl zu verlieren). Unsere Traktoren werden uns dieses auf den nächsten Alpenetappen danken. Gegen Abend war alles gewaschen, gebügelt und gefaltet und wir konnten uns auf Rostbeef, Spargel und Kartoffeln konzentrieren (Paul hat wieder alles reingelegt). An dieser Stelle wollen wir uns noch ganz herzlich bei unseren Gastgebern, Joel und Corinne von der -Distaise le Domaine- (www.distaise.com) für die außerordentliche Gastfreundschaft bedanken.

 

Morgen geht es weiter in die Alpen.

 

 

10. Juni 2014

 

Orange - Montelimar - Loriol sur Drome   78 km

 

Wetter wie gestern, abends Wärmegewitter. Jürgen und Wilfried brachen am Morgen gleich auf und ließen den Reifen reparieren. Wilfried investierte gleich noch in ein Paar neuer Vorderreifen für den grünen Güldner (der steht jetzt vorne wirklich hoch auf den Beinen). Gegen Mittag ging es weiter die Rhone hoch. Hier wechselten sich nun Industriegebiete und Atomkraftwerke ab. Am Nachmittag bogen wir dann  bei Loriol rechts ab in Richtung Berge und Gewitterfront. Doch Wilfried hat aus dem letzten Gewitter gelernt und suchte direkt nach einem Stellplatz für die Nacht. Sehr schnell folgte er einem Schild -Camping a la ferme- (Camping auf dem Bauernhof) und wir landeten auf einer Aprikosenfarm mit Hofladen, Gasträumen und Abstellmöglichkeiten für unsere Karawane.

Wir wurden von den Besitzern herzlich empfangen und bekamen nachdem wir unser Dinner (Paul hatte Hähnchengordonbleu mit Möhren und Bratkartoffeln gemacht) beendet hatten noch einen Cafe Avec (mit 48 prozentigem Willi) spendiert. Wir werden morgen hierbleiben, da uns spontan Waschgelegenheit (wohl das letzte Mal)  und Ölwechselmöglichkeiten angeboten wurden.

 

9. Juni 2014

 

Avignon - Chateau Neuf de Pape - Orange  32 km

 

Heiß, 34 Grad Celsius. Von Avignon machten wir uns auf zum Dorf der außerordentlich bekannten Weinlage -Chateau Neuf de Pape- mit der weit sichtbaren Burgruine (Timex weiß wovon wir sprechen). Hier wächst der leckere Rotwein in in irren Mengen auf groben Kieselboden (siehe Titelbild). Weiter ging es nach Orange, einer der ältesten Städte Frankreichs. Wir parkten auf dem Busparkplatz beim uralten Triumphbogen und schlichen uns im Schatten der Häuser zum größten erhaltenen römischen Amphitheater (10000 Plätze) zur Besichtigung.

 

Nach der Rückkehr zum Parkplatz mußten wir leider feststellen, dass die dicke Berta wieder auf dem rechten hinteren Reifen lahmte. Heute ist auch in ganz Frankreich Feiertag und wir können den Reifen erst morgen reparieren lassen. Also verbrachten wir notgedrungen den Rest des Tages (bei Gluthitze) auf dem Parkplatz (Gott sei Dank gab es 100 Meter weiter eine Patisserie, die auch kalte Getränke, u.a. Bier, verkaufte).

 

 

8. Juni 2014

 

Santes Maries de la Mer  -  Arles - Avignon     82 km

 

Heiß  33 Grad Celsius. Wir sind wieder in Fahrt gekommen. Zunächst ging es 30 km durch die typische Carmargue Landschaft, dann an der Rhone entlang durch eine trockene Farmlandschaft, in der viele Felder durch Zypressen voneinander abgegrenzt sind. Am frühen Nachmittag erreichten wir Avignon mit seiner komplett erhaltenen Stadtmauer. Auf der Rhoneinsel fanden wir unseren Campingplatz. Direkt ging es auf zur Besichtigung der 5000 jährigen Stadt. Die Stadt war im 14ten Jahrhundert Sitz des Papstes und der Kurie (die hatten zu der Zeit Stress in Rom). Hier wurde ein bombastischer Palast für den Papst gebaut (Chateau Neuf de Pape) der unbedingt besichtigt sein muß. Hier residierte auch der Gegenpapst Clemens VII., den die französischen Kardinäle wählten, als sie mit der Papstwahl in Rom nicht einverstanden waren. Nicht zu vergessen ist die berühmte halbe Brücke von Avignon, der viele Lieder gewidmet sind.

 

 

Morgen geht es weiter zum Ort des berühmten Weines -Chateau Neuf de Pape- und nach Orange. Übrigens haben wir nun unsere Rückkehr für Samtstag, den 28. Juni 2014 geplant. Näheres folgt.

 

 

7. Juni 2014

 

Santes Maries de la Mer 0 km

 

Wetter wie gestern. Heute war unser vierter -letzter Tag- am Meer, da Wilfried den heutigen Tag noch zur Erholung brauchte. Wir päppelten ihn mit Zwieback und Milch auf, so daß er am Abend wieder auf den Beinen stand und zuversichlich war, daß es morgen weiter gehen kann  (am Abend verlangte er schon wieder nach Zigaretten).

 

Die anderen nutzten den Tag, um zu baden oder um das nahe gelegene Naturschutzgebiet mit tausenden von Flamingos zu besuchen. Hier in Saintes Maries de la Mer haben wir nun alles gesehen und freuen uns auf Avignon.

 

6. Juni 2014

 

Saintes Maries de la Mer    0 km

 

Heute herrschte warmes Badewetter. Wir haben nun den dritten -letzten Tag- am Meer verbracht. Wilfried hat gestern Abend etwas falsches gegessen und sich so gründlich den Magen verdorben, daß wir nicht weiterziehen konnten. Somit gab es einen weiteren Tag am Strand. Auf dem Campingplatz haben wir zwei nette Nachbarfamilien mit dem Autokennzeichen WND (eine Familie kannte uns schon aus dem Fernsehen, mit der anderen gibt es wie üblich gemeinsame Bekannte) mit denen wir nun eine kleine saarländische Enklave bilden.  Hoffentlich geht es Wilfried morgen besser, so daß wir wieder Fahrt aufnehmen können.

 

5. Juni 2014

 

Saintes Maries de la Mer 0 km

 

Heute hatten wir blauen Himmel, d.h. Badewetter. Der Morgen wurde genutzt, um das hübsche Stadtchen mit der Wallfahrtskirche zu besichtigen. Die Stadt ist sehr touristisch geprägt. Man findet unzählige Geschäfte und Restautants (und auch unzähliche Touristen) in den engen Gassen. Rund um die Stadt findete man überall Badestrände mit entsprechender Infrastruktur. Die alte Wehrkirche enthält angeblich die Reliquien der beiden Heiligen Marie Jacobé und Marie Salomé die hier im Jahre 46 nach Christus mit einen führerlosen Schiff gestrandet sein sollen und die Region missionierten.

In der Krypta ist die schwarze Figur der heiligen Sara zu sehen, die einmal im Jahr von den Zigeunern ins Meer getragen wird (hat der ein oder andere bestimmt schon mal im Fernsehen gesehen). Ein Jakobsbruder nutzte den Nachmittag zum Baden am Strand, die anderen zum Relaxen oder für Sparziergänge. Morgen geht es weiter nach Avignon (sur le pont d'avignion...)

 

4. Juni 2014

 

Aigues-Mortes - Staintes Maries de la Mer    32 km

 

Eine schwache Front zog über uns hinweg. Nachmittags war es sonnig und warm. Mit dem frühen Aufbruch wurde es heute  leider nichts. Die Dicke Berta lahmte auf einem Pneu. Sie hatte sich eine lange Blechschraube eingefangen. Noch vor dem Frühstück wurde das Rad demontiert. Jürgen und Wilfried fuhren dann ins nahe Industriegebiet und ließen den Reifen bei einem Reifendienst reparieren. Am Mittag ging es dann auf die kurze Strecke durch die nun ausgeprägte Marschenlandschaft an der Petit Rhone. Man kann die Gegend auch als Heide-, Sumpf- und Sandlandschaft beschreiben. Hier findet man unter anderem auch viele Reisfelder. Bemerkenswert sind auch die vielen hundert Pferde (und auch Reiter), die man sieht.

 

Am östlichen Stadtrand fußläufig zu City von Sts Maries de la Mer fanden wir unseren Campingplatz direkt am Strand und beschlossen spontan eine Nacht mehr als geplant hier zu verbringen. Eins steht auf jeden Fall fest, die Jakobsbrüder keine Amphibien, denn nur Paul fand den Weg ins kühle Naß.

 

 

3. Juni 2014

 

Beziers - Montepellier - Palavas - Aigues-Mortes   105 km

 

Heute herrschte schönstes Kumuluswetter (T-Shirts waren angesagt). Morgens wurde flugs Wilfrieds Ventildeckeldichtung ausgetauscht (mußte später mit Dichtungsmasse nachgebessert werden - war dann OK -). Danach es in Richtung Camargue.

 

 

Montpellier wurde passiert (diesmal ohne Stadtrundfahrt) und das Mittelmeer mit den riesigen Lagunen erreicht (man konnte die Lagunen auch riechen). Die ersten Flamingos sahen wir direkt hinter Palavas. Die flachen Gewässer sind von tausenden dieser rosa Langbeiner besiedelt. Unser Lager wurde auf einem Campingplatz bei Aigues-Mortes (bedeutet -totes Wasser-) aufgeschlagen. Von hier aus brachen die Kreuzritter (u.a. Ludwig der Heilige) zu ihren Feldzügen auf. Die Altstadt befindet sich innerhalb eines Festungsviereck mit einem umlaufenden Wehrgang und 10 Stadttoren. Hier ist es sehr touristisch. Am Abend bekamen wir auf dem Platz vor der Kirche hervorragende Meeresfrüchte  serviert.

 

Morgen geht es ins nahe Saintes Maries de Mer, wo wir einen letzten Tag am Meer verbringen wollen.

 

2. Juni 2014

 

Laurent de la Salonque - Narbonne - Beziers   102 km

 

Wetter wie gestern. Morgens ging es erst 25 km an einer riesigen Lagune entlang. Bei den Windverhältnissen hatte man fast das Gefühl, dass die Hänger umgeblasen werden könnten. Extrem-Windsurfer flogen nur so über das Wasser (bis zu 100 km/h sollen möglich sein). Narbonne umkurvten wir ohne Traktorverbotsschilder. In Beziers trafen wir auf den Canal du Midi (sieht tatsächlich so aus wie im TV mit den engen Baumreihen).

 

Hinter Beziers las Wilfried durch Zufall den Ortsnamen Portiragnes auf einem Verkehrsschild. Dies war der Ort, wo die Ventildeckeldichtung von Hermann hingeschickt wurde. Ein Anruf, und Raymond Reiff übergab nach 5 Minuten das Ersatzteil auf einem Parkplatz unmittelbar am Kanal (ein kolossales Merci an Raymond). Hier haben wir dann unser Camp aufgeschlagen und gemeinsam gegessen. Übrigens wurde der Fordson von uns auf den Namen -Bobby-Car- getauft (Werner hat sich mittlerweile damit abgefunden). Das Bobby-Car ist der einzige Traktor ohne Anlasser und muß immer angeschoben oder angezogen werde. Außerdem ist der Fordson relativ klein und die Kinder lieben ihn über alles.

 

Nach dem Austausch der Ventildeckeldichtung geht es morgen weiter die Küste hoch.

 

1. Juni 2014

 

Roses - La Jonquera - Perpignan - Laurent de la Salonque   113 km

 

Heute hatten wir blauen Himmel, aber extremen Wind/Sturm von vorn. Nach einer Stunde hatten wir die spanisch/französische Grenze auf einer Passhöhe bei Jonquera erreicht. Eine Unzahl von Einkaufszenten, Shops, Bars und Restaurantes säumten den Weg, um französische Shoppingtouristen anzulocken (fast wie in Perl, nur 30 mal mehr). Wegen des Sonntagsfahrverbotes parkte zudem eine unglaubliche Anzahl von LKWs (waren wohl mehr als 1000) auf den alten Zollhöfen und Parkplätzen. Es war nur schwer durchzukommen bei dem Gewusel.

 

 Kurze Zeit später verließen wir die Berge und fuhren nun auf der D900 Richtung Perpignan. Hier trat unser altes Problem mit den Traktorverbotsschildern wieder auf. Wir mußten uns wieder mit dem GPS quer durch die Innenstadt leiten lassen und wichen auf die Küstenstraße bei Canet Plage aus. Bei Salonque fanden wir unseren Campinplatz zwischen Lagune und Meer. Morgen geht es weiter in Richtung Sète, wo wir Wilfrieds neue Ventildeckeldichtung bei einem Freund von Herman in Empfang nehmen können.

 

31. Mai 2014

 

Roses  0 km

 

Das Wetter war sonnig und windig. Der Morgen stand zur freien Verfügung. Am Nachmittag brachen wir auf zur Bootsfahrt zum Cap de Creus. Es ging 1 1/2 Stunden an der nun weitgehend naturbelassenen, sehr schönen Küste entlang bis zum Cap. Wir haben jetzt auf unserer Tour den westlichsten und östlichsten Punkt Spaniens erreicht. Unterwegs wurde das Haus von Dali, einem bekannten spanischen Künstler des letzten Jahrhunderts, zwecks Fotoshooting angefahren. Auf dem Rückweg hatten wir einen längeren Aufenthalt in dem hübschen, schiefergepflasterten Städtchen Cadaques mit den vielen engen Gassen im alten Teil.

 

 

Wir haben die Fahrt sehr genossen (nur unser Nichtschwimmer Wilfried wirkte etwas verkrampft). Morgen überqueren wir die französische Grenze Richtung Carmarque.

 

 

30. Mai 2014

 

Roses  0 km

 

Heute Morgen war es sonnig und warm, am Nachmittag leicht bedeckt. Nach einem späten Frühstück stand der Tag zur freien Verfügung und die Jakobsbrüder schwärmten aus (Geld kaufen, Souvenirs checken, nach Aufklebern suchen, Spaziergang auf der Strandpromenade, Eis essen etc.). An der Uferpromenade von Roses war das erste Mal so etwas Strandleben zu erkennen. Mittags kam Lis, unsere dänische Campingnachbarin und ihres Zeichens Frisörmeisterin und schnitt  im Freiluftsalon allen die Haare (sie meinte, sie könne uns so auf keinen Fall weiterziehen lassen).

 

Alles in allem ein Tag zum relaxen. Morgen geht es auf Schiffchentour rund um das Cap de Creus.

 

29. Mai 2014

 

Roses  Vatertag  0 km

 

Am Morgen erst Nieselregen, dann schönes Waschwetter mit ein wenig Wind. Unter Anleitung von Jürgen (jetzt schon ein erfahrener Wäschespezialist) wurden mit Präzision  unsere schmutzigen Klamotten sortiert, in die Maschine gesteckt, getrocknet, gebügelt und gefaltet, so daß wir am Abend wieder -klar Schiff- hatten. Zwischendurch stellte Jürgen und Paul mit fachmännischer Unterstützung einiger Zuschauer die Ventile am Eicher ein (Michael Schmitt aus Beuren gab noch schnell telefonisch die Spaltmaße durch). Ein paar Vatertagsbierchen fehlten natürlich nicht. Am Nachmittag besuchten uns unsere Campingnachbarn, Ferdinand und Lis aus Dänemark (sie feiern heute ihren 38.Hochzeitstag), mit denen wir einige lustige Stunden verbrachten.

 

Die Beiden brachten noch einen versprochenen eiskalten -Brondums Snaps- Aquavit aus der -Danske Sprit Fabrikker- mit. Zum Abendessen gab es Lammkotelett, Schweinekotelett, Bratkartoffeln und Möhren (deutsch/spanisch). Der morgige Tag steht zu freien Verfügung. 

 

28. Mai 2014

 

Girona - Figueres - Roses   61 km

 

Am Morgen hatten wir Kumuluswetter, am Nachmittag leichten Regen. In 3 Stunden haben wir Roses erreicht und einen schönen Campingplatz in Strandnähe gefunden (aber was nutzt das bei dem Wetter). 

Es ist noch ziemlich Vorsaison und dementsprechend wenig los. Auf der langen Strandpromenade sind nur wenige Lokalitäten geöffnet. Im Zentrum war es nur wenig besser. Wir fanden aber ein gutes Restaurant (das einzige was vollbesetzt war) und anschließend ein uriges Weinlokal.  Die Wirtin beklagte sich darüber, daß viele Urlauber aufgrund der Krise in Frankreich und Spanien wegbleiben. Das Wetter soll morgen ein wenig besser werden. So werden wir trotz des Vatertages einen Waschtag einlegen (Jürgen hat schon Waschmaschine und Trockner vorgewärmt und ist -früh- ins Bett gegangen). 

 

27. Mai 2014

 

Mataro - Blanes - Loret de Mar - Tossa de Mar - Girona    82 km

 

Bei gutem Reisewetter richteten wir unsere Motorhauben das erste Mal in Richtung Norden aus (der letzte große Reiseabschnitt hat begonnen). Immer der Küstenstraße folgend (einige Traktorverbotsschilder wurden ignoriert), ging es über Blanes, Loret de Mar und Tossa de Mar (Seebäder der besonderen Natur) in Richtung Girona.

Unser eigentliches Tagesziel war Roses in der Nähe des Cap de Creus, wo wir den Vatertag genießen wollen. In Girona führte Wilfried den Tross unbeirrt auf eine von hellen Blitzen beleuchtete schwarze Wand zu, der einzigen Gewitterzelle, die  laut Wetterradar weit und breit existierte (obwohl Paul seit Wochen versucht ihn in die Vorgänge der Atmosphäre, sprich Meteorologie, einzuweisen). In einem Industriegebiet erwischte uns das Gewitter innerhalb von Sekunden in voller Breite. Pierrot und Paul flüchteten am Straßenrand noch schnell in den Langen Hans, während die anderen Jakobsbrüder 200 Meter weiter auf einem großen LKW Stellplatz unter einem LKW-Auflieger Schutz suchten. Leider zu spät, denn sie waren schon ordentlich nass. Nachdem sich das Gewitter verzogen hatte, beschlossen wir, auf dem günstig gelegenen Abstellplatz zu übernachten und morgen, mit hoffentlich trockenen Klamotten, weiterzureisen.

 

 

26. Mai 2014

 

Mataro     0 km

 

Bis zwei Uhr hatten wir heftigen Dauerregen, so daß wir aus Verzweiflung schon am Morgen eine DVD in unseren Fernseher einlegten. Nachdem die Regenfront durch war, begannen wir unsere Putz- und Flickarbeiten (Paul holte schnell noch ein paar Kleinteile aus dem Baumarkt), die kurz vor dem folgenden Gewitter erledigt waren. Eigentlich hatte wir gerade hier Top-Urlaubswetter erwartet. Eine wichtige Tagesaufgabe war das Aufkleben der Barcelona-Sticker und des Katalonischen Esels auf unsere Traktoren (das macht unser Boliden einmalig).

 

 

Werner und Paul brieten noch einen Satz frischer Frikadellen (beleuchtet durch Blitze)  für den Abend und für die morgige Mittagspause. Morgen geht es weiter die Costa Brava hoch.

 

25. Mai 2014

 

Barcelona  0 km

 

Am Morgen hatten wir Hochnebel, danach war es sonnig. Der Campingplatzshuttle brachte uns ins Herz von Barcelona, den Placa Catalunya. Hier beginnt eine der bekanntesten Straßen der Welt, die 1250 Meter lange Rambla, die den Placa Catalunya mit dem Hafen verbindet. Wir schlenderten, wie tausende andere Menschen aus aller Welt, bis zum Hafen (immer auf der Suche nach Barcelona-Aufklebern für unsere Traktoren), wo die dicken Kreuzfahrtschiffe liegen (u.a. die Europa). Am Kulumbusdenkmal stärkten wir uns in einem Straßencafe und ließen uns anschließend die Stadt per Sightseeing-Bus zeigen. Ein großes Thema ist hier die Architektur von Gaudi mit den ungewöhnlichen Formen. Nach der Stadtrundfahrt besuchten wir eine Tapas-Bar (Pierrot und Paul fanden sie natürlich nicht auf Anhieb) an der Neuen Kathedrale mit einer unglaublichen Auswahl von Kleinigkeiten=Tapas (kleine Kunstwerke  aus Fisch, Fleisch, Gemüse, warm und kalt, sogar kleine Tortenstückchen). Man bedient sich selber. Abgerechnet wird über die Anzahl der Holzstäbchen, die jedes dieser Häppchen zusammenhalten (www.bilbaoberria.com).

  

Dannach ging es noch kurz ins Hardrock-Cafe zum Souvenirkauf und dann ab zum Campingplatz, den wir um 20:30 Uhr erreichten. Barcelona ist eine tolle Stadt und eine Reise wert. Morgen ist Putz- und Flicktag (und auch Regen) angesagt.

 

24. Mai 2014

 

Montserrat-Parc -Monistrol -Terrassa - Mataro   104 km

 

Am Morgen war es sonnig, danach bedeckt, an der Küste sonnig. Nach dem Start ging es sofort über steile Serpentinen hoch zum Montserrat (Sägezahnberg), der von der Straße umrundet wird. Hier hat man atemberaubende Aussichten ins Umland. Am Kloster Montserrat war heute am Samstag viel los. Die Vorhut mit den Solofahrern fuhr gleich weiter zur Talstation der Cremallera (Zahnradbahn) während die Nachzügler mit den Gespannen die Kollegen am Klosterparkplatz suchten. Dieser war total überfüllt und die Gespanne mußten sich bis ganz oben zum Wendehammer vor dem Kloster vorkämpfen (1000 Fotos waren uns gewiss). Hier oben waren bestimmt noch nie solche Gefährte. Da die Kollegen verschollen waren, ging es nun auch runter ins Tal über steile Serpentinen an furchterregenden Felswänden entlang. Eine Tortur für unsere Bremsen. Es war wirklich ein heißer Ritt, der aber durch eine faszinierende Landschaft belohnt wurde. Die Solisten trafen wir auf dem Parkplatz in Monistrol wieder, nachdem diese das Kloster via Zahnradbahn besucht hatten.

 

Danach ging es durch endlose Vorstädte Barcelonas nördlich an die Küste, wo wir in der Nähe von Mataro einen Campingplatz fanden, Morgen geht es mit dem kostenlosen Shuttlebus nach Barcelona City.

 

 

23. Mai 2014

 

Bell-Lloc –Torrega – Igualada – Montserrat-Parc   99 km

 

Heute hatten wir feinstes Kumuluswetter. Abends gab es einzelne Überentwicklungen. Den ganzen Tag folgten wir der N II. Ab Torrega ging es durch eine Art Parklandschaft. Später dann durch ein langes, zerklüftetes Tal bis Igualada. Hier konnte Pierre nach Tagen endlich ein neues Handy erstehen (den Entzug konnte man ihm direkt  ansehen). Unser Tagesziel war das berühmte Touristenziel Kloster Montserrat vor der  mächtigen Felskulisse (sieht ein bißchen wie in den Dolomiten aus). Es ging sofort steil hoch in die Berge. Werners GPS führte uns auf einen extrem steilen Feldweg (1ter Gang) gleich in eine Sackgasse (Traktorverbot an Autobahnauffahrt). Wir versuchten es nun in die andere Richtung. Es ging  wieder steil bergauf in ein Bergdorf, wo wir aufgrund einer Baustelle eine Umgehung fahren mußten, die es in sich hatte. Es mußte 90 Grad in eine enge, steil aufsteigende Gasse eingebogen werden.  Pauls  Eicher mit der dicken Berta hob beim Anfahren die Vorderräder an, Perrot opferte beim langen Hans einen Scheinwerfer.  Hinter dem Dorf landeten wir wiederum in einer Sackgasse (Traktorverbot an Autobahnauffahrt). Doch der Himmel hatte ein Einsehen und schickte ein Polizeiauto mit zwei Polizisten. Nach einem kurzen Gespräch durften wir, abgesichert durch das Polizeiauto mit Blaulicht, einige hundert Meter die Autobahn passieren und unseren Weg fortsetzen. Über steile Serpentinen ging es hoch bis Montserrat-Parc auf einen Parkplatz, wo alle nach den Erlebnissen des Tages für die Nacht stoppen wollten. Eine halbe Stunde später tauchten die netten Polizisten wieder auf und nahmen sich viel Zeit, um sich über unser Projekt und unsere Ausrüstung zu informieren.  An dieser Stelle nochmals vielen Dank (Jungs ihr habt Euch den Teller der Gemeinde Perlverdient). Morgen wird das Kloster besichtigt und dann geht es runter zur  Barcelonas.

 

Bitte entschuldigt das späte Erscheinen. Wir waren in einem Funkloch!

 

 

 

 

 

22. Mai 2014

 

Zaragoza -Osero de Ebro - Lleida - Bell-Lloc   146 km

 

Heute hatten wir blauen Himmel mit ausgeprägten Wolkenstraßen. Am Abend gab es schwere lokale Gewitter, die uns aber nicht betrafen.

 

 Am Morgen gind es lange an der Abrisskante des Ebrotals entlang weiter Richtung Osten.

Danach fuhren wir durch eine Art Halbsierra und dann durch ausgedehnte Ackerflächen kilometerlang geradeaus. Circa 2 Stunden nach unserem Start passierte es dann. Die Guardia Civil (so heißt hier eine Polizeieinheit) fischte vier unserer Jakobsbrüder aus der Karawane raus und stoppte diese. Wilfried und Rene wegen ihrer defekten gelben Blinkleuchten und Pierrot und Paul wegen fehlender Blinkleuchten an den Anhängern. Paul versuchte den Sheriffs klarzumachen, daß deutsch zugelassene Fahrzeuge keine Blinklichter haben dürfen und das das luxemburgische Gespann den Luxemburger Gesetzen entsprach und diese somit innerhalb der EU fahren dürften. Die Polizisten meinten wir seien in Spanien und hier würde die spanischen Regel gelten (Paul betonte immer wieder wir seinen in Europa).  Doch etwas verunsichert kassierten die Polizisten die Papieren ein und zogen sich in ihr Auto zurück, wo sie heftig, wahrscheinlich mit ihren Vorgesetzten, funkten. Das Ende vom Lied war, daß sie jedem einen Strafzettel über 100 Euro ausstellten, abkassierten und uns weiter ziehen ließen (sie wollten nicht ihr Gesicht verlieren). Eins steht fest, wir versuchen auf jeden Fall das Geld zurückzubekommen und sei es nur darum, daß der Polizist eine Stellungnahme schreiben muß. In Lleida tauchten dann wieder die hässlichen Traktorverbotsschilder auf. Es war zwar etwas kompliziert unseren Weg zu finden (ein netter Spanier half uns), doch wir mußten keine Umwege fahren. Bei einer Pizza in Bell-Lloc beendeten wir den Tag. Morgen haben wir ganz Spanien durchquert und sind in der Nähe von Barcelona.

 

21. Mai 2014

 

Moviercas - Tarazona - Zaragoza   150 km

 

Am Morgen zog eine Regenfront durch. Ab Mittag hatten wir schönes Rückseitenwetter. Den ganzen Tag stürmte es heftig. Noch vor dem Frühstück zeigten uns Monteserrat Garcia und Armando Perez (das Ehepaar mit dem Oldtimer Deutz) den 1000 Jahre alten Wehrturm, der als nettes kleines Museum eingerichtet ist. Der Wehrturm war Zufluchtsort für die Dorfbewohner vor den Osmanen zur Zeit der Christianisierung. Über Treppen und Leitern ging es hoch bis zu den Zinnen (für Wilfried war es der erste Frühsport seit Jahren)  zum obligatorischen Gruppenfoto.

 

 

Nach dem Frühstück brachen wir auf und mußten direkt einen Pass überqueren. Auf der Passhöhe gerieten wir in so heftige Regenschauer mit Hagel und Kälte, dass wir zwei Stunden pausieren mußten. Anschließend ging es, bei sich verbessernden Wetter, raus aus der Hochebene runter bis auf 200 Meter. Ab drei Uhr schälten wir uns aus unserer Regenbekleidung heraus und genossen die nun um 15 Grad wärmeren Temperaturen. 40 km vor Zaragoza verweigerte sich plötzlich die Autovia den Traktoren und wir mußten eine Umweg nehmen, der sich wiederum kurz vor Zaragoza gegen unsere Traktoren sperrte (siehe Foto). Mit den Straßenkarten waren wir am Ende unseres Lateins angekommen.

 

 

Nun setzte sich Werner mit seinem neuen Garmin GPS (Wilfried hasst GPSe) an die Spitze und führte uns auf nun traktorfreundlicheren Strassen problemlos mitten durch die riesige Stadt. Nach einer Stunde erreichten wir um 21 Uhr den östlichen Stadtrand, wo wir an einer Raststätte campierten. Von hier aus möchten die Jakobsbrüder der Mary (das ist die Jakobsherbergsmutter aus Merzkirchen) ganz herzlich zum Geburtstag gratulieren.

 

 

20. Mai 2014

 

San Esteban de Gomaz - Almazan - Moviercas     111 (159) km

 

Heute war es bedeckt, windig und kühl. 12 Kilometer hinter San Esteban erreichten wir El Burgo mit der mächtigen Burg auf dem Felsen oberhalb und der großen Kathderale innerhalb der Stadtmauern (siehe Titelbild). Dieser Stadt muß man bei nächster Gelegenheit auf jeden Fall mehr Zeit widmen. Danach änderte sich die Landschaft rapide. Wir fuhren nun 30 km durch eine ausgeprägte Heidelandschaft. In Almazan verfranzte sich unser Navigator Wilfried gewaltig. Anstatt der CL101 östlich zu folgen, bog er in Richtung Süden ab (er wollte bestimmt mit uns heimlich nach Madrid). Der Navigationsfehler wurde erst nach einer Stunde und 24 km entdeckt (es sei ihm nachgesehen - bei bedecktem Himmel kann man die Himmelrichtung nur schwerlich nach der Sonne bestimmen). Mangels Alternativen ging es nun wieder eine Stunde zurück nach Almazan, wo der Kurs erfolgreich wieder aufgenommen wurde. Bald mussten wir einen Platz für die Nacht finden. Ein traktorbegeisteter Fotografierer am Straßenrand, den Werner nach einer Übernachtungsmöglichkeit fragte, sagte, daß in seinem Heimatort, 6 km weiter, ein Parkplatz sei. Also tuckerten wir los. Seine Frau empfing uns an der Hauptstrasse und wies uns den Weg zu Dorf. Am Dorfrand empfing uns der nette Fotograf dann überraschenderweise mit seinem restaurierten Deutz Oldtimer und führte uns zum Plaza Major zwischen alter Kirche und Wehrturm. Er ist Farmer und Oldtimer Fan, der es im Sommer bis zu den Feldtagen in Nordhorn schaffen will.. Auf dem Dorfplatz wurde schnell aufgebaut, gekocht und diniert. In der Dorfbar wurde anschließend gemeinsam gefachsimpelt.

 

 

 

 

Morgen werden wir Zaragoza hinter uns lassen (sofern Wilfried nicht wieder nach Madrid will)

 

19. Mai 2014

 

Funtemilanos - Segovia - Riaza - San Esteban de Gomaz    135 km

 

Heute ist es extrem windig und es bildeten sich Wellenwolken am Gebirge. Am späten Abend gab es Regen. Nachdem wir Segovia umrundet hatten ging es 70 km bergauf bergab durch die wilde, dünnbesiedelte Sierra de Guadarama. Bei San Tome erreichten wir die A1 auf der wir auf dem Standstreifen bis zur zweiten Abfahrt Richtung Soria fuhren. Ein heftiger Anstieg und wir erreichten bei Riaza die Hochebene. Hier fing sich Wilfried eine Schraube (rostfrei) und damit einen Plattfuß am rechten Hinterreifen ein. Werner und Paul machten sich auf nach Riaza, um Hilfe zu organisieren. Mit Händen und Füßen haben sie das Problem einem Spanier vermittelt, der freundlicherweise einen Reifendienst informierte, der in kürzester Zeit anrückte und auf der Straße den Schaden reparierte (die beiden kann man schicken).  Nach einer Stunde Unterbrechung und einer 70 Eurorechnung ging es weiter. Es ging nun in der Ebene (sah eine wenig aus wie eine Mondlandschaft) zügig weiter in Richtung El Burgo. In San Estebahn überquerten wir den Duero (das ist der gleiche Fluß der in Portugal Douro heißt) und fanden auch hier unseren Platz für die Nacht. Das Foto zeigt, wie hier die Häuser  am Fels kleben.

 

Morgen geht es weiter in Richtung Zaragoza.

 

 

 

18. Mai 2014

 

Fuentemilanos   0 km

 

Wetter wie gestern. Pünktlich um 10 Uhr wurden wir mit 2 Autos abgeholt , um die Oldtimertraktoren von Jose Luis Horcajo Matesanz zu besichtigen. Was wir nicht erwartet hatten, war ein riesiges Traktormuseum auf dem Hof von Jose. In zwei Hallen war alles ausgestellt was Rang und Namen hat (außer Eicher :-(). Wenn ein Traktorbegeisteter jemals in diese Gegend kommen sollte, der muß auf jeden Fall hier hin (www.museotractores.com). Nach dem Musemsbesuch wurden uns noch drei weitere Traktorsammlungen gezeigt. Eine gewaltige Dichte von altem Eisen im Umkreis von wenigen Kilometern. Vielen Dank an die hiesigen Traktoristen.

 

 

 

 

Am Nachmittag wurde die 3000jährige römische Stadt Segovia besucht. Sehr sehenswert sind Aquadukt, Kathedrale, Alcasar und die Altstadt mit den vielen Restaurants und Tappasbars. Berühmt sind Segovias Restaurants für den Spanferkelbraten (die wirklich kleinen Schweinchen taten Rene leid) für den viele Leute aus Madrid extra hierhin fahren. Leider fand gestern die Storchenschau auf den Zinnen der Kathedrale nicht statt (Paul hatte mächtig davon geschwärmt). Das Alternativprogramm war ein netter Abend in einer alten Tappasbar. Morgen geht es weiter in Richtung Soria.

 

 

17. Mai 2014

 

Fuentemilanos  0 km

 

Wetter wie gestern. Nach dem Frühstück brachen Pierrot und Paul mit ihren Traktoren auf, um in Segovia einzukaufen (sie konnten endlich mal ihre Pferdchen ohne Anhängelast laufen lassen). Jürgen hatte heute zwei Bewährungsproben zu bestehen. Er hat das Wasch- und Bügelhandwerk von Hermann übernommen und war in dieser Sache das erste mal eigenverantwortlich tätig. Präzise wurde Maschine für Maschine beschickt und programmiert (heute ohne Viez, da er sich noch auf die zweite Bewährungsprobe vorbereitete).  Die Guadaramasonne trocknete alles in Windeseile. Vielen Dank Juergen.

Am Nachmiittag wurden für Paul und Juergen Segelflüge im Doppelsitzer organisiert (die anderen Jakobsbrüder trauten sich nicht).

Paul flog mit Antonio, dem Fluglehrer, als Ballast hinten drin in zwei Stunden bei guter Thermik die Strecke von Fuentemilanos, Avila, La Granja, Segovia und zurück (ca. 200 km). Dann kam Jürgens große Stunde, sein erster Segelflug. Relaxt stieg er ein und im Flugzeugschlepp ging es hinauf zum ersten Bart (Aufwind) und dann auf Strecke ab in Richtung Avila und Segovia. Jürgen ging es gut und er machte viele Fotos, auf die wir gespannt sind. Nachdem die Erde ihn wieder hatte sagte er nur - superaffengeil-.(der Kotzbeutel war tatsächlich unbenutzt). Antonio, sein Pilot, meinte nur -geht schon ein bisschen schneller als der Traktor, gell -.  Wilfried war am Abend glücklich über den Pokalsieg der Bayern (er ließ nach dem Spiel keinen einzigen Fernsehkommentar aus).

 

Morgen früh sind wir eingeladen, ein privates Traktormuseum zu besuchen. Am Nachmittag werden wir Segovia besichtigen und wieder viele alte Steine bewundern können.

 

 

16. Mai 2014

 

Salamanca - Avila - Villacastin - Fuentemilanos   141 km

 

Wetter wie gestern. Wir brachen früh auf und fuhren auf schnurgerader Strecke ostwärts.

Kurz vor Avila erreichten wir sie Sierra de Guadarama, die hier auf 1200 m ansteigt. Etwas tieferliegend sahen wir schon Spaniens höchstgelege Provinzhaupstadt (1130 m). Eine Besichtigung dieser Stadt ist ein Muß. Wichtigstes Monument ist die 2500 Meter lange, komplett erhaltene romanische Stadtmauer (11. bis 14. Jahrhundert) mit ihren 88 Türmen und neun Stadttoren. Zusammen mit Toledo und Segovia gehört sie zu den drei historischen Metropolen in der Umgebung der spanischen Hauptstadt.

Nach einem Stadtbummel (inclusive einem Bier und ein paar Tapas) ging es weiter durch die Sierra am Guadaramagebirge entlang Richtung Segovia. Circa 15 km vor der Stadt erreichten wir Fuentemilanos Aerodromo (sehr bekannt unter Deutschlands Segelfliegern - Paul ist da schon geflogen), wo wir trotz geschlossenem Campingplatzes herzlich aufgenommen wurden. Morgen ist Waschtag und DFB-Pokal angesagt. Sonntag werden wir das nahegelegene Segovia besichtigen. Die Jakobsbrüder möchten es nicht versäumen Herrmann auf diesem Wege herzlich zum Geburtstag (17. Mai) zu gratulieren (Herrmann, die Feier holen wir nach).

 

 

15. Mai 2014

 

Figuera de Castilo Rodrigo - Barca de Alva - Salamanca  158 km

 

Das Wetter war exakt so wie gestern. Erst ging es nordöstlich durch den Nationalpark Duoro steil runter zur Endstation für die Duoro Kreuzfahrtschiffe nach Barca de Alva. Hier ist der Grenzübergang nach Spanien.

 

 

Ein heftiger Anstieg und wir erreichten eine Hochebene (800 - 850 m Höhe) mit leicht wellenförmiger Topologie. -Easy going- für unsere Boliden. Anfangs führen wir durch nur wenig bewirtschaftetes Gebiet mit vielen Felsbrocken und Olivenbäumen (sieht aus wie im afrikanischen Busch, nur ohne Giraffen). Später wechselt es in ausgedehntes Weidenland mit den berühmten Torros. Vor Salamanca riesige Getreidefelder. In der Ferne konnten wir die schneebedeckten Credos und das Guadaramagebirge mir der Segovianase (unser nächstes Ziel) sehen. Wilfried führte uns am Abend problemlos durch Salamanca (muß wegen der Einmaligkeit erwähnt werden). Unseren Stellplatz fanden wir an der N503 Richtung Avila kurz vor dem Flughafen von Salamanca auf dem Parkplatz eines freundlichen Restaurants. Die Strecke der letzten drei Tage war atemberaubend schön und ist eine Empfehlung an alle, die Spaniens auch abseits der Küsten entdecken wollen. Morgen nehmen wir die Römerstädte Avila und Segovia ins Visier.

 

 

14. Mai 2014

 

Oliveira de Ferreira - Caldas de Aregos - Vila Nova Foz Coa - Figuera de Cstelo Rodrigo

160 km

 

Am Morgen hatten wir blauen Himmel aber kühlen starken Wind. Am Nachmittag war waren wieder T-Shirts angesagt. Ca. 100 km östlich von Porto, wo sich das Duoro Tal ein wenig öffnet sieht man nun Weinberge soweit das Auge reicht. Auf engen Terrassen werden die süßen roten Trauben angebaut, die später in Porto zu Portwein verarbeitet werden. Die Aussicht war  -breath taking- wie die Engländer sagen. Die Jakobsbrüder sind sich einig, dass man dieses nicht hätte verpassen dürfen. Wir kamen an vielen berühmten Weingütern (heißen hier Quintas) u.a. Sandeman und Ferreira vorbei.

 

Sobald wir den Duro verließen, stieg das Gelände an, doch das Relief wurde flacher. Immer noch säumten Weingüter die Strecke. Wir passierten das Weingut Matheus mit gewaltigen Weintanks (könnte auch ein Erdöllager gewesen sein). Nachdem wir den Fluß Coa (sieht aus wie die Flüsse in den Karl May Filmen) überquert hatten, erreichten wir eine Hochebene, die kaum noch bewirtschaftet ist (Sierra  - hier große Steinsammlung). In Figuera de Castelo wollte uns der Dorfpolizist nicht in der Stadt übernachten lassen. Nach ein wenig Diskussion führte er uns aber, nach Rückspache mit dem Bürgermeister, außerhalb zu einem Platz unterhalb des Castelos. Wir sind 20 km vor der spanischen Grenze und wollen morgen Salamanca erreichen.

 

 

13. Mai 2014

 

Lavra - Pacos de Ferreira - Oliveira do Douro   101 km

 

Heute hatten wir feinstes T-Shirt Wetter. Der Tross rollt wieder. Anfangs quälten wir uns über Kopfsteinpflaster und extrem löcherige Nationalstraßen Richtung Osten, um die Stadt Porto zu umgehen. Dann ging es südöstlich durch gebirgiges Gebiet mit duftenden Eukalyptuswälder aber vielen steilen Anstiegen. Am Nachmittag erreichten wir das Dourotal. Hier schlängelt sich der mächtige Fluss ohne Uferstraße durch ein steiles Tal. Die Dörfer mit ihren Wein- und Gemüseterrassen kleben an den steilen Hängen. Die Straßen führen weit hinauf. Eine wirklich herrliche Landschaft.

 

 

Sehr schwierig war hier die Suche nach einem Stellplatz für die Nacht. Schließlich fanden wir  einen ausreichend großen Parkplatz gegenüber einer Tankstelle (wie es der Teufel will mit Bar). Morgen folgen wir der N222 Richtung spanischer Grenze.

 

 

12. Mai 2014

 

Porto  0 km

 

Es wird immer wärmer, bleibt aber windig. Heute war unser Beauty-Tag. Vier Jakobsbrüder marschierten geschlossen zum Friseur und können sich nun wieder bei den

portugiesischen und spanischen Senioritas sehen lassen. Am Nachmittag wurde Juergen vom ADAC benachrichtigt, daß die Ersatzteilbeschaffung für den Hürlimann schwierig sei und der Traktor  nach Oberleuken transportiert würde. Juergen fährt nun auf dem Fendt mit. Der weitere Weg führt durch Zentralspanien über Salamanca, Avila, Segovia, Soria, Zaragoza nach Barcelona. Eine hochinteressante Strecke von ungefähr 1300 Kilometern (die Traktoren scharren schon mit den Pneus).  Laut unserer Kalkulation werden wir dort in circa zwei Wochen ankommen. Morgen früh geht es los.

 

Hier noch einmal ein paar Links die funktionieren sollten: 

 

Fotos & Videos Abschied Kesslingen (06.04.2014)

 https://www.dropbox.com/sh/kvdgwuh2ghbf6qd/SyLiWETkWK 

Video von France3 – Pays Basque (23.04.2014 Französisch)

 http://aquitaine.france3.fr/emissions/jt-local-1920-pays-basque 

Presse Artikel Labenne (23.04.2014 Französisch)

 http://www.sudouest.fr/2014/04/23/la-traction-divine-1533242-3394.php

Fernsehbeitrag bei Television de Galicia:

 http://www.crtvg.es/informativos/sete-alemans-fan-o-camino-en-tractores-antigos-807562 

Bild Zeitung Saarland – (09.05.2014)

 http://www.bild.de/regional/saarland/saarland/trecker-kumpels-endlich-in-santiago-angekommen-35883868.bild.html 

 

 

11. Mai 2011

 

Porto 0 km

 

Strahlend blauer Himmel, kräftige Seebrise. Wir haben beschlossen erst am Dienstag Porto zu verlassen. Am Montag wird Jürgens Hürlimann wegen ungewöhnlicher Geräusche in einer Fachwerkstatt untersucht. Dies bot die Möglichkeit zu weiteren Stadt- und Strandbummeln. Wilfried hat sich tatsächlich zu Fuß in Porto auf Sightseeing-Tour gemacht. Er hat sich so verausgabt, dass es zum -chill down- einen Ruby (Portweinqualitätsstufe)- on the rocks- gab. Eine andere Gruppe nutzte den Tag für ausgedehnte Strandspaziergänge. Am Abend ging es wieder zum hervorragenden Fischgrill.

 

 

 

 

10. Mai 2014 

 

Porto 0 km

 

Heute Vormittag wurde geputzt, geflickt und gebügelt. Pierrot und Werner fuhren mit dem Fordson fürs Wochenende einkaufen.

 

Am Nachmittag machte sich ein Team auf um Lavra zu entdecken, das andere Team fuhr nach Porto. Lavra ist ein Seebad am Atlantik mit vielen Restaurants und Bars. In der Nähe der Fischhalle gibt es noch ein typisch portugiesisches Fischrestaurant, wo draußen auf dem Holzkohlegrill der Fisch direkt für den Gast zubereitet wird. Der frische Rape (Seeteufel) war ein Gedicht. Das Team in Porto machte sich dort zu Fuß auf. Durch Zufall entdeckten sie den historischen Buchladen, in dem Harry Potter gefilmt wurde. Gegen Abend landeten Juergen, Werner und Paul (wo auch sonst) in einem Portweinkeller. Hier  fragte eine ältere Dame ob sie sich mit ihrer Tochter zu uns setzen dürfte. Sofort entwickelte sich ein angeregtes, äußerst humorvolles Gespräch (Fatima und Paul mußten simultan aus dem Englischen in die jeweilige Landessprache übersetzen). Magdalena, die Mutter aus Galicien, hat ihre Tochter Fatima, Studentin aus Lissabon, auf halben Wege in Porto für ein Wochenende getroffen.

 

 

Beim anschließenden Dinner in einem kleinen Restaurant aus der zweiten Reihe wurden die Drei nicht enttäuscht.

 

9. Mai 2014

 

Porto  0 km

 

Bei herrlichem Frühsommerwetter ging es mit dem Bus für € 1,60 in die Stadt Porto, die dem ganzen Land seinen Namen gab. Die Stadt wird tief durch das Duoro Tal durchschnitten. An der Nordseite gibt es  terrassenförmig ansteigende Häuser (sehen aus wie Modelleisenbahnhäuser), an der Südseite alle berühmten Portweinkeller (Caves) der Welt. Bei diesem Wetter waren viele Touristen in den Gassen und bei den Sehenswürdigkeiten unterwegs. Ein Muß waren Altstadt, Bahnhof (Halle mit blauen Kachelmotiven), Kathedrale, Duoro Brücke (konstruiert von Eifel) und natürlich die Portweinkeller. Im Portweinkeller von Sandeman gab es eine besondere Führung durch eine junge Frau im Gewand, welches dem Sandeman Logo glich.

 

 

 

Gegessen haben wir an der Fressmeile unterhalb der berühmten Brücke. Hier hat sich Werner an seinem  -Reis mit Meeresfrüchten- so derbe verschluckt, dass ihn Passanten helfen mußten. Morgen geht es wieder auf Entdeckungstour.

  

 

8.Mai 2014

 

Vila Praia de Ancora - Viano de Castelo - Vila do Conde - Lavra   80 km

 

Bei schönstem Wetter ging es fast immer in Sichtweite des Ozeans in Richtung Porto.

Wilfried fuhr voran. In Viano do Castelo mußte eine große Flußmündung überquert werden. Doch die fiigrane Stahlbrücke war nur für Fahrzeuge bis 3,5 to zugelassen. Wilfried, wie jeder weiß, hält penibel alle Verkehrsregeln ein und bog gleich flußaufwärts ab, um die nächste Brücke zu erreichen (plötzlich kamen ihm die portugiesischen Verkehrszeichen nicht mehr spanisch vor). Das Ende vom Lied war, der Track befand sich auf dem Autobahnzubringer. Es dauerte keine 2 Minuten, da war die Policia da, hielt uns an und fragte nach einer Genehmigung für das Fahren im Konvoi. - Hab keine - war Wilfrieds Antwort und er fing an aufzuzählen, dass dieses bislang in Luxemburg, Frankreich und Spanien nicht nötig war. Die Polizisten ließen sich erweichen und führten mit Blaulicht (heißt automatische Vorfahrt) den Konvoi zurück lang durch die Stadt zur besagten Brücke mit den 3,5 to. Als Paul mit der Dicken Berta die Brücke passierte, bog diese  sich zwar gefährlich durch, aber das Gespann kam glücklich auf der anderen Seite an. Die Polizisten begleitet uns noch eine Weile (kam uns unendlich lange vor) und wurden dann mit einem Teller der Gemeinde Perl verabschiedet (Pierrot will jetzt das gelbe Blinklicht von Wilfried jetzt durch ein blaues ersetzen). Etwas Aufregung gab es noch, als Pauls Navi uns durch extrem enge, kopfsteingepflasterte Gassen zum Campingplatz (Pinienwald direkt am Meer) nach Lavra, in der Nähe des Flughafens von Porto, führte. Morgen geht es mit dem Bus in die Stadt.

 

 

 

 

 

 

7. Mai 2014

 

Valga - Pontevedra - Valenca - Vila Praia de Ancora    125 km

 

Die Reste der Front sind letzte Nacht durchgezogen und wir konnten den ganzen Tag bei sonnigem und warmen Wetter reisen. Es ging durch wunderschöne bergige Landschaften mit vielen Weinanbauflächen und ab und zu einen Atlantikblick südwärts. Heute benutzten wir ausschließlich Nationalstraßen und Autovias. Beim Halt für die Mittagspause bemerkten wir erst, welche Megaautoschlange wir verursacht hatten. Außerdem kamen uns die spanischen Verkehrsschilder immer noch spanisch vor (siehe Foto).

 

Am Fluß Minho überquerten wir die portugiesische Grenze (hoffentlich geht das hier mit den Verkehrszeichen besser). Unser Lager schlugen wir, natürlich mit Seeblick, an der nördlichste Ecke Portugals auf. Ab sofort gibt es als abendlichen Aperitif Portwein anstatt  Ricard. Wir freuen uns auf die Stadt Porto (nicht nur wegen der Portweinkeller), die wir morgen Nachmittag erreichen werden.

 

 

 

 

6. Mai 2014

 

Cee - Noia - Padron - Valga   100 km

 

Heute überquerte uns eine massives Regengebiet. Es regnete bis zum späten Nachmittag, dann wurde es schön. Aus Wassermangel (ich meine nicht das Wasser von oben) besuchten Hermann und Paul schon vor dem Frühstück das nahegelegene Hallenbad und rissen 1000 m ab. Nach dem Frühstück fuhren wir auf der laut Reiseführer besonders schönen  Küstenstraße in Richtung Süden. Nur bruchstückhaft konnten wir das Meer, die vielen Sandstrände und die felsigen Berge sehen (schade, hier muß man nochmal im Sommer hin).

 

Hinter Noia ging es noch einmal heftig durch die Berge und dann runter nach Padron, wo wir uns nun auf dem portugiesischem Jakobsweg befinden. Zum Glück konnten wir am Abend bei Sonne draußen essen. Morgen werden wir die Grenze nach Portugal erreichen.

 

 

5. Mai 2014

 

Cee -Cap  Finisterre - Cee    16 km

 

 

 

Heute war es leider den ganzen Tag  bedeckt. Am Morgen kam die Hafenpolizei vorbei und sagte, wir müssen umziehen, da ein großes Schiff erwartet würde. Die Dame rief die Policia Muncipal an und bat diese uns zu helfen. Nach 10 Minuten war ein Polizist da, der uns einen stadtnahen Parkplatz direkt am Strand zur Verfügung stellte. Der Umzug war in einer halben Stunde erledigt. Nun tuckerten wir ans Ende der Welt, zum Cap, welches der westlichste Punkt Europas ist. Wir fuhren direkt bis zum Leuchtturm (Faro) zur Foto-Session, obwohl die Durchfahrt verboten war (spanische Verkehrszeichen kommen uns halt spanisch vor). Am Cap steht übrigens der 0 km Stein des Camino de Santiago. Zum Lunch kehrten wir am kleinen Hafen von Finisterre in ein Fischrestaurant ein und genossen die Spezialitäten aus dem Atlantik. Am Abend mußten wir wieder vielen Spaniern etwas über unsere Reise berichten (ist übrigens die Lieblingsbeschäftigung von Werner). Morgen brechen wir auf Richtung Portugal.

 

4. Mai  2014

 

Santiago de Compostela - Cee   79 km

 

Nachdem wir unseren Erfolg ausgiebig gefeiert hatten, ging es mit Verspätung erst am Mittag los.  Bei 26 Grad und blauem Himmel ging es durch hügeliges Gelände Richtung Westen. Den Atlantik erreichten wir bei Cee unweit Cap Finisterre (Finisterre heißt übersetzt - Ende der Welt-), wo wir unseren Übernachtungsplatz direkt an der Hafenmauer fanden. Jürgen versenkte sofort seinen Viezkanister zur Kühlung in das Hafenbecken (natürlich dreifach durch Drahtseile gesichert). Wie ein Lauffeuer sprach es sich in der Stadt herum, daß die Traktorpilger (bekannt durch Presse und Fernsehen) gesichtet wurden. Eine Karawane von Autos besuchte nun unseren Platz, um das Großereignis zu ausgiebig zu beäugen und zu fotografieren. Antonio Dopazo Barrio, ein Eicher Königstiger Besitzer, rückte gleich mit einem Fotoalbum von seinem Traktor an und konnte seine Eichererfahrungen mit Paul austauschen. Morgen fahren wir solo mit unseren Boliden an das Ende der Welt.

 

 

 

 

3. Mai 2014

 

Camping Cancelas - Kathedralen Vorplatz - Camping Cancelas   4 km

 

Unser Traum ist wahr geworden. Wir haben es tatsächlich mit unseren Traktoren auf den Vorplatz der Kathedrale geschafft.

 

 

 

Nach den vielen Jahren der Planung und Vorbereitung, war dieses ein bewegender Moment (hier und da eine Träne war auch bei den harten Männern nicht zu unterdrücken) . Ein wenig Stolz war bei uns auch nicht zu übersehen. Presse und Fernsehen haben alles festgehalten. Mit diesem Tag haben wir das wichtigste Ziel der Reise erreicht. Das werden wir heute Abend in einer Tapasbar gebührend feiern. Pierrot hat sich für dieses Ereignis extra ein mächtige Cohiba Zigarre aufgehoben. Morgen brechen wir auf zum Kap Finisterre. 

 

2. Mai 2014

 

Camping as Cancelas Santiago de Compostela   0 km

 

Wie in der letzten Eilmeldung berichtet, war der ursprüngliche Plan für heute hinfällig.

Am Nachmittag haben die Jakobsbrüder die Altstadt von Santiago de Compostela in kleinen Gruppen besichtigt. Die Altstadt ist dicht bebaut, hat enge Gassen und viele historische Gebäude. Zig Kneipen (heißen hier Bars), Restaurants und Souvenirläden laden hunderte von Pilgern und Pilgergruppen ein. Man kann den Peregrinos die Erleichterung, das Ziel erreicht zu haben, direkt anmerken. Es herrscht ein reges und lautes Treiben. Um 19:30 Uhr trafen wir uns alle in der vollbesetzten Kathedrale zur freitäglichen Pilgermesse. Hier wurde dann am Ende der Messe nach der Kommunion (Werner befürchtete schon es passiert nichts) das große Weihrauchfaß von acht Männern quer vor dem Altar hoch durch die Seitenschiffe geschwungen (war echt beeindruckend). Jeder Jakobsbruder erlebte diese Messe in einer sehr persönlichen Weise.

 

Danach lud Heiner uns zu einem hervorragenden gemeinsamen Abendessen in das stylische Campingplatzrestaurant der gehobenen Klasse ein (war auch ein kleiner Dank an den Campingplatzbesitzer für die Organisation der Traktorfahrt zur Kathedrale). Die Genehmigungsurkunden sind eingetroffen. Morgen früh um 8:30 Uhr stellen wir uns zur Abfahrt auf (die vielen anderen Camper werden  sicher alle sehr früh frühstücken).

 

1. Mai 2014 Eilmeldung

 

Eigentlich hatten wir heute vor, ohne Genehmigung, auf den Kathedralenvorplatz zu fahren. Wir hätten eine Strafe bekommen oder ein kostenfreies Abendessen bei der Guardia Civil. Doch hat Heiner (nach ein paar Viez ging das auf Englisch flüssig von der Zunge)  gemeinsam mit der Campingplatzrezeption das spanische Fernsehen kontaktiert. Dieses hat für uns bei 7 verschiedenen Stellen nun die -Permission-  bekommen. Also morgen um 9 Uhr geht es in Begleitung eines spanischen Fernsehteam mit Genehmigung direkt auf den extra für uns gesperrten Platz. Außerdem wird jeden Freitag um 19:30 Uhr das Weihrauchfaß in der Kathedrale geschwungen. Das schauen wir uns heute an.
 
 

 

1. Mai 2014

 

Camping as Cancelas Santiago de Compostela - Waschtag  0 km

 

Seit dem Morgen drehen sich die Trommeln von Waschmaschine und Trockner,

um unsere Wäsche vom Staub des Jakobweges zu befreien. Bei den Bergen von Wäsche wird wohl ein Tag nicht reichen.

 

 

 Übrigens, unser Nachschubteam, welches sich, um ein wenig Jakobsbrüderfeeling zu erleben, in einen schlichten Bungalow auf dem Campingplatz eingemietet hatte, verließ noch in der Nacht angeblich aus Temperaturgründen das Quartier und ist in ein Sternehotel gewechselt (echte Jakobsbrüder sind abgehärtet und hätten durchgehalten). Am Nachmittag wurde ein Scoutingteam ausgesendet, um die beste Fahrstrecke zum Kathedralenvorplatz zu erkunden. Der Plan steht. Der Abend wurde gemeinsam mit den Campern Bernhard und Maggy (Nachfahren Gutenbergs aus Stadtlohn) bei Lyonerpfanne und Viez verbracht. Ob Hermanns Behauptung stimmt, dass es von seinem Viez keine Kopfschmerzen gibt, werden wir morgen wissen.

 

30. April 2014

 

Palas de Rei - Santiago de Compostela   76 km

 

In strömenden Regen brachen wir auf in Richtung Santiago. 30 km vor dem Ziel gab es die ersten blauen Löcher am Himmel und es wurde zunehmend trockener. Auf dem Jakobsweg sahen wir hunderte von Pilgern, da es schon für die letzten 100 km Fußmarsch die begehrte Pilgerurkunde gibt. 8 km vor der Stadt bog Paul versehentlich (war voll aufs GPS konzentriert) mit der Dicken Berta auf die für Traktoren gesperrte Schnellstraße (Aurovia) ab. Wie es der Name schon sagt, war Paul schnell am stadtnahen, fußläufigen Campingplatz As Cancelas angekommen und konnte das Organisatorische regeln. Der restliche Tross quälte sich über eine von Schlaglöchern übersäte Straße zum Campingplatz und traf dort eine Stunde später ein. Fast zeitgleich traf unser Nachschubteam aus Orscholz, Heiner und Rudi, mit ihrem Bulli ein. Der Bulli war vollgepackt mit liebevoll gepackten Päckchen, Ersatzteilen und vor allen Dingen saarländischen Spezialitäten (die ganze Viez- und Lyonerentwöhnung war direkt für die Katz).

Bald nahmen wir unsere Hightec-Küche (nochmals Dank an Jürgen) in Betrieb und haben mit, sage und schreibe, 9 Personen im Langen Hans gegessen (natürlich auch etwas getrunken). Morgen wollen wir die Stadt entdecken und vor allen Dingen herausfinden, wie wir mit den Traktoren zum Fotoshooting vor die Kathedrale kommen.

 

29. April 2014

 

Villafranca - Cebreiro - Lugo - Palas de Rei     132 km

 

Die heutige Originalstrecke führte über zwei Pässe mit der maximalen Höhe von 1304 Metern. Nach den gestrigen Erfahrungen entschieden wir unsere Gruppe zu teilen. Die Solofahrer sollten dem Jakobsweg folgen und fotografieren, die Gespanne sollten den vermeintlich leichteren Weg über Lugo nehmen. In dichter Staubewölkung ging es zunächst auf den Pass Porto de Pedrafita (1109  m), der die Grenze zu Galicien bildet. Hier trennten sich die Wege. Die Solisten überquerten den Pass Alto do Poio, der allerdings in den Wolken steckte. Der Vordermann war nur am Motorenlärm zu orten (sehr gefährlich für die schon etwas älteren Jakobsbrüder mit nachlassenden Hörvermögen). Die anderen Gruppe fuhr bei durchwachsendem Wetter, aber mit Sicht, nach Palas de Rei. Unterwegs konnten viele alte geduckte Gehöfte aus Naturstein mit von Steinplatten umrandeten Wiesen und Feldern entdeckt werden, ähnlich wie auf der britischen Insel. Pierrot erreichte als erster das Ziel und steuerte einen Parkplatz mit Bar an. In der Bar versuchte er sich krampfhaft in Englisch und Französisch verständlich zu machen. Das Alfons an der Theke dann sehr gut Deutsch sprach und extrem hilfsbereit war, war ein Glücksfall (Jakobus war im Spiel). Als Paul mit seinen total abgefahrenen Reifen ankam, war innerhalb von 15 Minuten ein Team da, das auf offener Strasse, ohne die Felgen zu demontieren, die Reifen abzog. Innerhalb einer Stunde waren die neuen Reifen aus Lugo geholt und montiert (nix manjana).

 

 

Der Stellplatz auf dem Parkplatz wurde für uns  geräumt und Duschen im angrenzenden Hostal organisiert. Alfons, vielen Dank. Das einzig negative Erlebnis hatte Wilfried mit seinen Bayern, obwohl er im Bayern-Trikot vor dem Fernseher saß.

 

28. April 2014

 

Astorga - Ponferrada - Villafranca     82 km

 

Bei schönstem Cumuluswetter ging es über den Pass Rabanal del Camino. Auf der Passhöhe (1504 m) befindet sich das Cruz de Ferro (siehe Startseite), ein schlichtes Eisenkreuz auf einem Baumstamm, der aus einem Steinhaufen ragt. Die Steine sind von Pilgern abgelegt als Symbol abgelegter Sünden (die Jakobsbrüder waren ganz schön lange damit beschäftigt). Der Pass stellte hohe Anforderungen an Mensch und Material, obwohl es bis jetzt der schönste Streckenabschnitt war. Eine enge holprige C-Straße mit großen Steigungen, steilen Abstiegen und engen Dorfdurchfahrten forderten uns wirklich heraus.

 

Beim Abstieg mussten wir einen Pit-Stop einlegen, um die Bremsen mit kaltem Quellwasser zu kühlen.

 

 

Wir kamen erst spät in Villafranca an. Dort fanden wir auf einem Pilgerrastplatz unser Nachtlager. Bei einem Tappas-Essen (der leckere reimportierte Seranoschinken von Timex wurde angeschnitten) ließen wir die Tageserlebnisse passieren.

 

 

 

27. April 2014

 

Sahagun - Leon - Astorga   112 km

 

Heute ging es bei blauem Himmel und eiskaltem Wind mit bibbernden Jakobsbrüdern auf die Strecke (Wilfried war eingepackt wie auf einer Polarexpedition). Unser erstes Ziel war Leon. Nach dem Hinweis von Achim Könen im Gästebuch, durften wir die schönste Kathedrale auf dem Jakobsweg nicht verpassen (Den Beweis für unseren Besuch seht Ihr auf unserer Titelseite). Übrigens vielen Dank für die vielen Gästebucheinträge und Mails, die wir täglich beim Frühstück verlesen. Nach einer kurzen Einkehr in der Altstadt ging es weiter nach Astorga, wo wir direkt an der alten römischen Stadtmauer unterhalb der, wie eine alte Burg aussehende, Kathedrale campieren. Hier waren wir direkt von vielen Neugierigen umringt.

 

Noch eine kleine Episode vom Tag. Beim Tanken, kurz hinter Leon, kam der Tankwart sofort mit der Lokalzeitung an, in der bereits ein Foto und ein Bericht von uns veröffentlicht war. Das gleiche Spiel am Abend im Restaurant in Astorga. Die Bedienung kam mit der gleichen Zeitung beim Bezahlen zu uns und zeigte auf den Artikel (Jürgen gab sein erstes Autogramm). Wie Ihr seht, eilt uns unser Ruf kilometerweit voran. Morgen geht es los mit einer Bergetappe durch die Montes de Leon.

 

26. April 2014

 

Tardajos - Carrion - Sahagun   118 km

 

Heute hatten wir extrem labiles Aprilwetter mit Schauern, Hagel, Sonne und sehr starkem Wind. Am Abend wurde es sonnig und warm, so das wir draußen essen konnten (die Küchencombo um Paul zauberte Boudin (Treipen), Bratkartoffeln und Rote Beete Salat auf den Tisch). Am Morgen gönnten wir uns ein typisch spanisches Frühstück (ohne Leberwurst und Nutella) in der Dorf-Cantina. Plötzlich sprang der Wirt mit der Tageszeitung von seiner Theke auf und freute sich riesig, daß seine Gäste darin mit Foto und kleinem Bericht zu sehen waren. Irgendein Reporter muß uns wohl in Burgos mit seiner Kamera erwischt haben. Den Bericht samt Jakobsstempel haben wir uns natürlich gesichert.Tagsüber führte uns die Strecke durch die Tierra de Campos mit fast baumlosen Hügeln und Ebenen (lange flache Straßen auf einer Höhe zwischen 820 und 860 Metern) . Die einzigen Probleme, die wir hatten, waren die Wetterkapriolen. Am Abend stieß Norman Striegel, ein Fernsehjournalist des SR3, zu uns. Er wird uns morgen  in Richtung Leon begleiten (also Männer - frische Hemden).

 

 

25. April 2014

 

Najera - Santa Dominga - Burgos - Tardajos   88 km

 

Heute hatten wir herrlichstes Rückseitenwetter; Sonne, klare Luft, Wind und kalt.

Winterausrüstung war angesagt. Seit gestern hat unser Durchlauferhitzer für die Dusche Atemnot (Gasmangel). Das bedeutete, daß unsere Kaltduscher heute Morgen gleich putzmunter waren und die Warmduscher etwas strenger rochen.

Hermann war den ganzen Tag abseits vom Konvoi unterwegs, um spanische Gasflaschen und Zubehör zu bekommen (war nicht so einfach). Die Strecke ging über Santa Domingo (Weltkulturerbe) über die 1150 Meter hohe Passhöhe der Montes de Oca nach Burgos. Hier verfranzte sich  ein Teil der Gruppe im Stadtverkehr fürchterlich und kennt nun einen Großteil der Stadtautobahnen. Um 19 Uhr waren alle wieder beisammen und bezogen den Stellplatz im kleinen Örtchen Tardajos. Flugs wurde die Gasanlage umgerüstet. In der kleinen Cantina des Ortes wurde der Tag mit Tappas und Rotwein verabschiedet.

 

 

 

24, April 2014

 

Puente la Reina - Estella - Logrono - Najera   102 km

 

Wetter anfangs bedeckt, ab Mittag Dauerregen, abends freundlich. Nachdem die Pilgerbrücke von Puente la Reina ausgiebig fotografiert wurde, ging es zum ersten Tagesziel dem Kloster Santa Maria la Real in Irache. Im Fokus war nicht die hübsche Klosterkirche, sondern der Weinbrunnen an der nahegelegenen Bodega. Hier, unmittelbar am Jakobsweg, können sich die Pilger kostenlos mit einem Rotwein stärken. Wir konnten Hermann nur schwer davon abhalten einen ganzen Kanister abzuzapfen. Mangels Becher ließ Werner sich den Wein direkt in den Mund laufen.

 

 

 

Nun ging es ins Herz des berühmten Rioja Weinanbaugebiets. Den ganzen Tag kreuzte der Jakobsweg unsere Strecke. Was allerdings ein Wanderweg mit einem Schornstein zu tun hat, blieb uns schleierhaft. Der Weg ist überall mit

 -Camino de Santiago- ausgeschildert und die Pilger, wie in einer langgezogenen Prozession, rufen sich und uns immer wieder -Buen Camino- zu. Nach der Überquerung des Flusses Ebro wurde es sonnig und wir passierten die bekannte Bodega Marques de Caceres, von deren Wein wir uns am Abend ein paar Flaschen Crianza gönnten. Übernachtet haben wir mitten in der Stadt auf einem Parkplatz neben einer Kirmes. Die Aufmerksamkeit war uns gewiss. Morgen geht es weiter Richtung Burgos.

 

23. April 2014

 

St. Jean Pied de Port - Roncesvalles - Pamplona - Puente la Reina 105 km

 

Wetter anfangs sonnig, hinter den Pyrenäen aufgelockert. Es ging direkt auf den ersten 25 Kilometern  steil bergauf bis zur Passhöhe auf 1042 m. Der Güldner  mit dem Langen Hans und der Eicher mit der Dicken Berta zuckten nur kurz mit den Kotflügeln und zogen ihre Last, ohne übermäßig zu schwitzen, bergauf. Nein, es war für die Boliden harte Arbeit, da mit Vollgas und kleine Gängen operiert werden mußte. Ein Kamerateam von France 3 begleitete uns. Der Bericht wurde am Abend gesendet. Pamplona wurde von uns mit Ausnahme von Pierrot nördlich umrundet. Pierrot vertraute mehr seinem Navi als unserem Chefnavigator Wilfried und fuhr quer durch die Stadt. Campiert haben wir direkt an der berühmten Pilgerbrücke von Puente la Reina einem alten wichtigen Pilgertreffpunkt. Sofort wurde die Sattelitenschüssel ausgepackt, um das Bayernspiel (leider verloren) nicht zu verpassen.

 

 

22. April 2014

 

Labenne-Ocean– Cambo – Saint Jean Pied de Port    70km

 

Wetter anfangs regnerisch, später wechselhaft bis sonnig. Dem Güldner war die gestrige Rettungsaktion auf die Batterie geschlagen -Battery low-. Nach dem Start mit Fremdhilfe ging es durch die Stadt von Bayonne Richtung Combo. Und es kam wie es kommen mußte, der Güldner als letzter im Konvoi, wurde an einer Ampel geschnitten, mußte bremsen , der Motor ging aus und blockierte eine Kreuzung Die Warnblinkanlage ging wegen des akuten Strommangels natürlich auch nicht. Der Rest vom Konvoi zog zügig weiter.  Pierrot setzt das Warndreieck und suchte nach einer Lösung, während eine Riesenschlange von Autos sich ohne Murren in Geduld übte. Ein naher Renaulthändler konnte im zweiten Versuch mit einer Fremdstarthilfe (vor dem G60A war Platz satt) dem Güldner wieder Leben einhauchen und zudem eine neue Batterie verkaufen. Kurz vorm Ziel trafen wir uns wieder. Trotz eines Regenschauers (unsere Ganzkörperkondome waren dicht) ging unsere Fahrt durch eine wunderschöne allgäuartige Landschaft zum weltberühmten  Tor zum Jakobsweg in Saint Jean Pied de Port. Dieses hübsche Örtchen ist  ein Paradies für Pilger, die sich noch mit Pilgerequipment ausstatten müssen. Wir campierten auf einem großen, vollbesetzten WOMO-Parkplatz, wo wir einer ganzen Menschentraube von unserem Projekt berichteten. Werner und Jürgen (sie haben einfach ein weiches Herz) bereiteten einigen interessierten Kindern ein unvergessliches Erlebnis, indem sie diese mit ihren Traktoren fahren ließen . Morgen geht es über die Pyrenäen Richtung Pamplona.

 

 

21. April 2014

 

Labenne-Ocean 0 km

 

Sonniges Rückseitenwetter, ab dem Abend Dauerregen. Ruhetag. Am Morgen wurde ein Photo-Shooting am Meer mit einigen Traktoren geplant. Bei der Auswahl des Sets, versenkte Hermann seinen Anhänger im weichen Sand (weiß der Geier, warum Hermann mit Hänger unterwegs war). Der Hänger konnte nur mit schwerem Gerät, sprich mit dem Güldner Allrad geborgen werden. Doch schließlich posierten die polierten Traktoren im richtigen Sonnenlicht am Ocean  (schreiben die hier falsch mit -C-) und die Foto- und Video-Maschinen legten los. Einige tolle Aufnahmen waren im Kasten und warten nun auf die weitere Verarbeitung im Labor. Morgen geht es nach St. Jean Pied de Port, wo die meisten Pilger (ua. Hape Kerkeling) ihre Pilgerreise gestartet haben.

 

20. April 2014

 

Labenne-Ocean   0 km

 

 

 

In der Nacht begann ein Regengebiet durchzuziehen. Ab Mittag war es trocken, am Abend leichte Schauer. Die zwei Senioren der Jakobsbrüder regulierten ihren Blutdruck, die Junioren gingen auf Besichtigungstour. Mit dem Taxi ging es ins alte mondäne Seebad Biarritz, wo die reichen Engländer schon Anfang des letzten Jahrhunderts ihre Kohle (Money) verprassten. Die vielen alten Grandhotels bieten eine eindrucksvolle Kulisse für die Badebucht mit ihrer verschlungenen Promenade und den vielen tollen Aussichtspunkten (die Engländer nennen diese -view points-). Nach einem ausgiebigen Bummel ging es mit dem Linienbus weiter in die Altstadt nach Bayonne, wo das traditionelle seit mehren hundert Jahren gefeierte Volksfest -foire de jambon- stattfand. Pierrot fand nach einer schier endlosen Suche das von ihm favorisierte Restaurant, welches allerdings nicht geöffnet hatte. Wir kennen jetzt jede Gasse in Bayonne. Mit Hilfe der Polizei (der Mann hatte fälschlicherweise -POLIS- auf den Hemd aufgedruckt) fanden wir ein feines Restaurant am Kanal, wo Hermann seine langersehnte -assiette des fruits de mer- bekam (so ein kaltes Zeugs mit Muscheln, Schnecken und Garnelen). Das Taxi für den Rückweg musste allerdings zweimal unseren Stellplatz anfahren, da dem Paul die ZDF-Kamera aus der Tasche gerutscht war. Glücklicherweise hatte Hermann den Zettel mit der Telefonnummer des Taxis noch in der Hosentasche,

 

 

19. April 2014

 

Mont de Marsan - Orthez - Bayonne - Labenne-Ocean   152 km

 

Wetter durchwachsen, aber kein Regen. Es ging den ganzen Tag bergauf, bergab, 3ter Gang, 4ter Gang, ab und zu 2ter Gang. In Bayonne ging es quer durch die von vielen Menschen bevölkerte Stadt. Die vielen hochgestreckten Daumen erfüllten die Jakobsbrüder mit Stolz. Wie überall in Frankreich werden wir häufig angesprochen und müssen unser Projekt vorstellen und erklären. Unser Platz für die nächsten 2 Tage ist in Labenne-Ocean, wo wir exklusiv (zwei Gemeindemitarbeiter haben für uns gesorgt), keine 100 Meter vom Strand (nennen die hier komischerweise Plage) weg, unter Pinien campieren. Trotz der Pinien ist es Wilfried zum ersten mal gelungen die Satellitenschüssel auszurichten. Natürlich nicht um den Ostergottesdienst zu verfolgen, sondern um die Bundesligareportagen zu sehen. Übrigens haben unsere Bergziegen, die Hürlimänner aus der Schweiz, ganz dicke Scheinwerfer bekommen, als sie das erste Mal das Meer erblickten. 

 

18. April 2014

 

Saint-Lorent-des-Vignes - Eymet - Marmande - Mont de Marsan   156 km

 

Wetter erst bedeckt und kühl ab Mittag sonnig und warm. Nachdem wir die Weinberge von Bergerac hinter uns gelassen hatten, ging es in das - Coeur de Landes-. Lange gerade Straßen, endlose Pinienwälder, ab und zu mal ein Haus (wären da nicht die Pinien, könnten die Einwohner schon montags sehen, wenn sonntags Besuch kommt) ermüdeten uns sehr. Nur die waghalsigen Überholmanövereiniger einiger Autos und LKWs  im Freitagsverkehr verhinderten bei dem ein oder anderen Jakobsbruder den Sekundenschlaf. Wir übernachten auf einem großen Rastplatz. Morgen werden wir endlich den Ozean erreichen.

  

17. April 2014

 

Saint-Laurent-des-Vignes  0 km

 

Wetter wie in letzten Tagen. Die Ersatzteile sind um Uhr 8:55 eingetroffen. Um kurz vor zwölf gab der Dexta wieder die ersten Töne von sich, aber ohne das besagte klingeln und mit einem breit grinsenden Fahrer auf dem Sitz. Jürgen und Werner haben das Problem behoben.

 

 

Für den Rest der Mannschaft gab es einen Putz- und Waschtag. Hermann führte einige Jakobsbrüder an das Bügelhandwerk heran. Heute Abend gehen wir gemeinsam in die Kneipe (hier Bar) zu einem 5 Gänge Menü. Morgen werden alle 7 Pferde gesattelt und auf gehts Richtung Atlantic.

 

 

 

16.April 2014

 

Bergerac - Saint-Laurent-des-Vignes  10 km

 

Wir sind mit unserem Tross in die Nähe der Werkstatt gezogen, um lange Wege zu vermeiden, Franc Diesel hat uns einen Platz auf dem Dorfplatz in Saint-Laurent-des-Vignes organisiert, direkt an einem Weinberg, wo der berühmte Dessertwein Moelleux angebaut wird. Von diesem Wein hat Paul aus Versehen einen Schuss in die Sauce gemacht (welch ein Frevel). Der Bürgermeister hat uns sofort Strom und Wasser zur Verfügung gestellt, so dass wir den morgigen Tag zum Waschen nutzen können. Ein grosses Merci an die Gemeinde. Unmittelbar neben dem Platz liegt eine Kneipe (heisst hier Bar), die  sofort von den Jakobsbrüdern gestürmt wurde. Wir haben das erste Mal seit 10 Tagen eine öffentliche Trinkanstalt besucht (wir wissen, Ihr nehmt uns das nicht ab, aber es ist die Wahrheit).

 

16 .April 2014

 

Eilmeldung: Das war der Übeltäter.

 

 

Ein 4 Wochen altes Ersatzritzel  minderer Qualität hat dem Dexta lahmgelegt. Das Teil hätte keine halbe Stunde mehr durchgehalten, dann wäre schlimmeres passiert. Die richtigen Ersatzteile sind unterwegs und werden morgen erwartet. Je nach Uhrzeit geht es morgen oder übermorgen weiter.

 

 

15. April 2014

 

Bergerac  0 km

 

Wetter wie gestern. Franc Diesel, ein französischer Einspritzpumpenspezialist

hat seine Werkstatt zur Verfügung gestellt und Gott sei Dank bestätigen können, dass die Einspritzpumpe am Dexta in Ordnung ist und nicht wie befürchtet einen Lagerschaden hat

Weitere  Analysen haben ergeben, dass die Geräusche nur von der neuen Ölpumpe kommen können. Ersatzteile sind bereits geordert und per Express unterwegs, Werner und Hermann werden morgen den Austausch vorbereiten. Für den Rest der Mannschaft wird nun ein Alternativprogramm mit Burgen, Schlössern (Chateaux) und Weingütern (weltberühmt in dieser Gegend) geplant. Hoffentlich geht das ohne Kulturschock über die Bühne. Alle sind optimistisch, dass es in 2 - 3 Tagen weitergeht.

 

 

14. April 2014

 

Armac-Pompadour - Ecxideuil - Vergt - Bergerac  112 km

 

 

 

Wetter: blue sky, 20 degrees, short shirts. Nachdem wir Madame Pompadour und ihre Rennpferde hinter uns gelassen haben, ging es durch die weitgehend flache Dordogne. Der Eicher konnte häufig in den Automodus  geschaltet werden, was heißt: 4ten Schnellgang einlegen, Handgas auf Stufe 5, Drehzahl 1250 rpm und mit 23 km/h Geschwindigkeit gemütlich durch die Gegend tuckern und die Landschaft genießen. Auf den letzten Kilometern dieser Etappe meldete sich der Dexta mit ungewöhnlichen Geräuschen denen morgen auf den Grund gegangen werden muß. Herrmann servierte am Abend Spargel, Kartoffeln, Sauce Hollandaise, rohen und gekochten Schinken - besser als in jedem Restaurant.

 

13. April 2014

 

Jamage - Ahun - Pontarion - Bourgneuf - Arnac-Pompadour  135 km

 

Heute hatten wir eine Bergetappe, bei freundlichem Wetter wie immer.

Wir mussten unsere Pferdchen ordentlich scheuchen um die 2130 Höhenmeter zu überwinden. Mach mal ging es nur im 2ten Gang. Aber allen Pferde sind gesund am Ziel angekommen. Ein besonderes Hindernis war von  Pierrot mit dem Langen Hans zu meistern. Eine im Zickzack verlaufende Brücke hatte nur eine Breite von 260 cm bei einer Breite vom Langen Hans von 250 cm. Pierrot hat die Begrenzungslichter angeschaltet, um in filigranster Feinarbeit mit allen Sensoren einschl. Rückspiegel dieses Hindernis zu überwinden. Ergebnis: schrammenloser Langer Hans.

Unser Schlafplatz heute ist der Parkplatz vom wirklich imposanten Schloss (pardon Chateau) von Arnac-Pompadour.

 

 

 

12. April 2014

 

Ruhetag in Jamage

 

Wetter, bombastisch - blauer Himmel. Aber von und wegen Ruhetag. Die Wasch- und Trockenmaschinerie wurde in Betrieb genommen. Chefingenieur Jürgen hat es sich nicht nehmen lassen, die Anlage den ganzen Tag zu überwachen. Eine sich drehende Waschmaschinentrommel hat eben eine besondere  Faszination. Ein wenig problematisch war die Sortierung der Wäsche; noch problematischer die Zuordnung der Klamotten nach der Wäsche. Ansonsten wurden kleinere Reparaturen und Verbesserungen durchgeführt. Das Equipment ist nun voll funktionsfähig.

Hermann hat es sich nicht nehmen lassen, einen Kirmesham zuzubereiten.

Aus dem Sud zauberte Paul eine Gemüsesuppe für das Abendessen. Morgen geht es weiter Richtung Südwest.

 

 

11. April 2014

 

Le Veurdre - Boussac - Jamage (Nähe Gueret)  133 km

 

Wetter etwas wolkiger als gestern, aber gut. Nach einer endlosen Geradeausfahrt durch ein riesiges Waldgebiet haben wir das Massiv Central erreicht. Hier haben wir heute etwa 1400 Höhenmeter bewältigt. Auf dem letzten Viertel der Etappe gingen dem Eicher die Pferde durch.

Plötzlich war das Gaspedal inaktiv und der Eicher lief auf vollen Touren. Gott sei Dank passierte dieses auf einer Steigung, so dass Paul einige Sekunden hatte um auf auf das Problem zu reagieren. Mit der Hand konnte das Gaspedal zurückgezogen werden, die Geschwindigkeit wurde reduziert und der Eicher konnte gestoppt werden. Die Ursache war ein abgebrochener Haken der Gaspedal-Rückzugsfeder. Eine kurze Reparatur  der Feder mit Kombi- und Spitzzange und der Eicher gehorchte wieder seinem Fahrer. In Jamage haben wir einen Platz direkt an der Dorfgemeinschaftshalle gefunden. Der Bürgermeister von Jamage, Vincent Turpinat, der übrigens Perl kennt, stellte uns Wasser, Strom, Duschen und Toiletten zur Verfügung. Die Jakobsbrüder bedanken sich für die wunderbare Gastfreundschaft.

 

10. April 2014

 

Corbigny - Nevers -  Magny-Cours - Le Veurdre  78 km

 

Sreckenwetter wie gestern. Nach einem kleinen Pitstop in Imphy - Werners Dexta hat einen neuen Oeldruckkontrollschalter bekommen - wurde die Loire überquert. Ab hier änderte sich die Landschaft total. Von einer hügeligen Wald- und Wiesenlandschaft wechselte es zu einer ebenen Parklandschaft mit Weiden und Hecken wie im Münsterland, mit der Einschränkung, daß hier die Schlösser Chateaux heißen. Am Abend wurde eine erste kostenlose Demo eines saarländischen Schwenkgrills am Ufer der Allien für die Franzosen organisiert. Die Schwenker sind allerdings französischen Ursprungs.

 

 

9. April 2014

 

Montbar - Avallon - Vezelay - Corbigny   98 km

 

Blauer Himmel, strahlende Sonne und 50iger Sonnenmilch haben uns heute begleitet.  Wir haben ein wichtiges Pilgerziel auf unserer Strecke erreicht. Die Basilika von Vazelay ist der Punkt an dem die Jakobswege aus Norden und Westen sich vereinigen und gemeinsam weiter Richtung St. Jean Pied de Port führen. Die Basilika steht imposant auf einer Höhe und ist von weit aus sichtbar. In der Nähe von Corbigny haben wir ein tollen Übernachtungsplatz direkt an einem See gefunden. Das Abendessen - Lyonerpfanne mit Bratkartoffeln - war hervorragend. Die Jakobsbrüder befürchten nun ein riesiges Problem für die nächsten Tage, da die Lyoner-Vorräte nun erschöpft sind und der Entwöhnungsprozess beginnt.

 

 

 

 8. April 2014

 

Wassy - Bar sur Aube - Chatillon sur Seine - Montbar   137 km

 

Es gab das erste mal Croissons und Baquette zum Frühstück. Bei klassischem Rückseitenwetter - klare Luft, Sonne, Wolken, starker Wind - ging es bei gefühlten 7 Grad durch die Champangne (Moet Weinberge) in die Bourgogne. Der Dexta hatte mit öligem Auswurf zu kämpfen. Eine Ferndiagnose von Chris und Marc ergab keine lebensbedrohliche Situation. Werner soll einfach Öl nachfüllen.  Geräusche an Wilfrieds Wasserpumpe stellte sich als lockerer Keilriemen heraus.

 

7. April 2014

 

Lac de Madine - Bar le Duc - Saint Dizier - Wassy    140 km

 

Die heutige Strecke führte durch eine wunderschöne Landschaft und durch superinteressante Städte und Dörfer. Der Wettergott hat uns verwöhnt und einige Gesichter rötlich gezeichnet. Der Traktorgott war ebenso gnädig und hat uns nur mit marginalen Problemen konfrontiert. Werners Dexta hat hier und da Koordinationsprobleme mit seinem Anlasser. Eine vermeintliche Blockade des Anlassers am Güldner Toledo stellte sich als simples elektrisches Kontakproblem heraus. Renes Hürlinemann war stundenlang verschollen, tauchte unvermutet am Zielort Wassy wieder auf.

 

 6. April 2014

 

Nach dem überwältigen Abschied sind wir nun endlich auf unserer großen Reise. Vom Jakobsbrunnen in Kesslingen ging es über Thionville in die Nähe des Lac de Madine, wo wir auf einer großen Wiese am Waldrand unser erstes Nachtlager aufschlugen. Einen gehörigen Schrecken jagte uns der Hürlimann ein, der mit dem Langen Hans im Schlepptau am Berg streikte. Die neue Abschleppstange wurde eingeweiht, indem der Eicher das gesamte Gespann den Berg hochzog. Nach dem Wechsel des Hängers zum Eicher und dem Abkühlen sprang der Hürlimann wieder klaglos an und konnte den Weg fortsetzen. Nun wird der überholte Motor in den nächsten Tagen bedächtig eingefahren.

Vielen Dank noch einmal an alle Familien, Freunde und Gönner für die tausend guten Wünsche.

H22-  

 

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